Mutmaßlicher Attentäter des Istanbul-Anschlags offiziell identifiziert

4. Jänner 2017, 12:45
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Außenminister Çavuşoğlu bestätigt, dass Identität festgestellt wurde – Fahndung nach dem Flüchtigen dauert an

Ankara – Der mutmaßliche Attentäter des Anschlags in Istanbul, der in der Neujahrsnacht 39 Menschen in einem Nachtklub getötet haben soll, ist identifiziert. Das bestätigte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, nachdem bereits am Dienstag Medienberichte mit der Identität des mutmaßlichen Angreifers kursiert waren. Einen Namen nannte Çavuşoğlu in dem Fernsehinterview allerdings nicht.

Türkische Medien berichteten am Dienstag, dass die Polizei nach einem kirgisischen Staatsbürger fahndet und veröffentlichten Fotos von ihm. In Sicherheitskreisen hatte es geheißen, er verfüge über Kampferfahrung und sei möglicherweise in Syrien ausgebildet worden. Er ist weiter auf der Flucht.

Trotz zahlreicher Festnahmen, darunter die Ehefrau des mutmaßlichen Angreifers, vermeldete die türkische Polizei bisher keinen Durchbruch bei der Fahndung. In der westtürkischen Stadt Izmir wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA im Zusammenhang mit dem Angriff 27 Verdächtige festgenommen. Damit steigt die Gesamtzahl der Festnahmen auf mehr als 40.

Bei dem Anschlag wurden 39 Menschen getötet, darunter 27 Ausländer. Mehr als 60 Menschen wurden verletzt. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Angriff für sich reklamiert.

Erdoğan warnt vor Spaltung im Land

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat davor gewarnt, den Anschlag mit unterschiedlichen Lebensstilen in dem muslimisch geprägten Land in Verbindung zu bringen. Derartige Versuche sollten die Türkei nur spalten, sagte er am Mittwoch vor Verwaltungsvertretern in Ankara. Die türkische Regierung mische sich nicht in die Lebensführung der Bevölkerung ein. "Das werden wir niemals erlauben."

Die türkische Religionsbehörde verurteilte den Anschlag. Im Dezember hatte sie erklärt, Neujahrs-Feierlichkeiten entsprächen nicht den muslimischen Werten und damit auch in der Türkei heftige Kritik ausgelöst. (red, APA, 4.1.2017)

  • Gedenken an die Opfer des Anschlags vom Wochenende.
    reuters/osman orsal

    Gedenken an die Opfer des Anschlags vom Wochenende.

  • Spezialeinsatzkräfte der Polizei in der Nähe Nachtklubs Reina in Istanbul am Dienstag.
    reuters/osman orsal

    Spezialeinsatzkräfte der Polizei in der Nähe Nachtklubs Reina in Istanbul am Dienstag.

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