Finanzreferentin Schaunig legt Fokus auf den Arbeitsmarkt

    4. Jänner 2017, 08:09
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    Joboffensiven im High-Tech-Bereich ebenso wie forcierte Lehrlingsausbildung

    Klagenfurt – Die Kärntner Finanzreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) will im Jahr 2017 einen besonderen Fokus auf den Arbeitsmarkt richten. Dabei sind ihr Joboffensiven im High-Tech-Bereich ebenso wichtig wie eine Forcierung der Lehrlingsausbildung, wie sie im APA-Interview erklärt: "Jobs sind das Wichtigste für die Menschen, und zum Glück haben wir dafür wieder den nötigen finanziellen Spielraum." Die Lösung des Problems der Heta-Haftungen kostet das Land zwar 1,2 Milliarden Euro, die Rückzahlung erfolgt jedoch verteilt auf 30 Jahre.

    Die Konditionen, zu denen der Bund das Geld vorgestreckt hat, sind günstig, und damit besteht auch wieder die Möglichkeit, investive Schwerpunkte zu setzen. "Wir sind zwar unverändert gezwungen, sparsam zu wirtschaften und das Geld gezielt einzusetzen, aber das machen wir eigentlich schon seit 2013", sagt Schaunig. Die Annahme des Rückkaufangebots durch die große Mehrheit der Heta-Gläubiger hat ihr zufolge einen "positiven Dominoeffekt" ausgelöst. Die unmittelbare Folge war die Hochstufung der Bonität Kärntens durch die Ratingagenturen, "dazu ist dann auch der Erfolg beim Finanzausgleich gekommen, wo wir statt 100 Millionen weniger wie befürchtet um zehn Millionen mehr bekommen", so Schaunig.

    Zuzug gefragt

    Daher könne man nun auch wieder etwas tun. So gebe es im Hochtechnologiebereich eine Kooperation mit der Steiermark, die sehr gut angelaufen sei, sagte die Finanzreferentin, etwa im Bereich Robotics Man müsse deshalb auch den Lakeside-Park in Klagenfurt ausbauen, wo Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung betrieben werde. Dieser Bereich entwickle sich rasant, ebenso wie das Carinthian Tech Research in Villach. Forschung und Entwicklung seien Wirtschaftsmotoren und würden hochqualifizierte Menschen ins Land locken. Dies sei wichtig, so Schaunig, denn: "Wir brauchen Zuzug."

    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lehrlingsausbildung. Hier kranke es vor allem in zwei Bereichen, dem Bau- und Baunebengewerbe und dem Tourismus. "In diesen Segmenten haben wir Probleme", konstatiert Schaunig. Daher gebe es im Bau nun auch eine Lehrlingsoffensive. Wer einen Lehrling neu einstellt, erhält bis Ende März 2.000 Euro Ausbildungsprämie. Im Tourismus versuche man durch einen Vorbereitungskurs in der Tourismusschule, Jugendlichen eine Vorqualifikation zu geben, "damit sie schon ein Vorwissen haben, wenn sie als Lehrling in einen Tourismusbetrieb einsteigen". Denn im Arbeitsalltag fehle oft die Zeit, das nötige Wissen zu vermitteln, Frust und Lehrabbruch sei oft genug die Folge daraus. Die ersten beiden Kurse im Herbst mit je rund 20 Teilnehmern seien ein voller Erfolg gewesen.

    Lehre mit Matura als Schwerpunkt

    Vorantreiben will die Finanzlandesrätin auch das Projekt "Lehre mit Matura", das im kommenden Jahr einen Schwerpunkt darstellen wird: "Das sind die nächsten Selbstständigen." Aufrecht bleibt die Förderung für Jungakademiker. Wenn sie ihren ersten Job in Kärnten finden, gibt es für das Unternehmen für das erste Jahr 50 Prozent der Bruttolohnsumme als Zuschuss. Damit soll die Abwanderung der Akademiker aus Kärnten gebremst werden.

    Geplant sind weiters Förderungen für Ein-Personen-Unternehmen, die Personal aufnehmen wollen. "All das wäre ohne die Heta-Lösung nicht möglich gewesen", sagt Schaunig, die im kommenden Jahr auch die Wohnbauförderung in Kärnten auf neue Beine stellen will. Dabei soll der Sanierung verstärktes Augenmerk geschenkt werden, unter anderem auch deshalb, weil diese Sparte jobintensiver ist als der Neubau. Der Gesetzesentwurf liegt derzeit aber noch nicht vor, es sind noch Verhandlungen mit den Koalitionspartnern nötig. Schaunig hofft auf eine Umsetzung bis zum Sommer 2017. (APA, 4.1.2017)

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