Österreich hatte die viertmeisten Asylanträge in der EU

3. Jänner 2017, 21:58
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2016 gab es in Deutschland mehr Anträge als in den übrigen 27 EU-Staaten zusammen

Brüssel/Wien/Rom – Österreich hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 die viertmeisten Asylanträge in der EU verzeichnet. Von den insgesamt 987.920 Asylanträgen in der Europäischen Union von Jänner bis September des Vorjahres entfielen 34.540 auf Österreich, wie aus jüngsten Daten des EU-Statistikamtes Eurostat hervorgeht.

Mehr Asylanträge als Österreich verzeichneten Deutschland (612.415), Italien (85.050) und Frankreich (61.830). In Deutschland sind in den ersten drei Quartalen damit mehr Asylanträge gestellt worden als in den übrigen 27 EU-Staaten zusammen.

Im selben Zeitraum – Jänner bis September 2016 – führte Österreich 29.065 erstinstanzliche Asylentscheidungen durch. Davon wurden mehr als zwei Drittel (20.950) positiv entschieden.

Insgesamt gab es in der EU in den ersten drei Quartalen des Vorjahres 755.770 erstinstanzliche Asylentscheide, davon 458.855 mit positivem Ausgang. Die meisten Asylverfahren in erster Instanz hatte Deutschland (420.080 – davon 293.295 mit Anerkennung), gefolgt von Italien (67.555/25.345) und Schweden (57.395/37.250) und Österreich.

In den größeren Flüchtlingszentren in Italien soll es künftig mehr Kontrollen und schärfere Sicherheitsvorkehrungen geben. Das kündigte das Innenministerium in Rom an, nachdem es am Montagabend in einem Erstaufnahmezentrum nahe Venedig zu Ausschreitungen gekommen war.

Gewalttätige Proteste

Auslöser der gewalttätigen Proteste war der Fund einer Leiche einer 25-jährigen Migrantin von der Elfenbeinküste in der Dusche. Die Bewohner des Lagers drehten dar aufhin den Strom ab und setzten Holzpaletten in Brand. Sie warfen den Betreibern des Erstaufnahmezentrums vor, der Frau zu spät zu Hilfe gekommen zu sein.

Vergangene Woche hatte die Nachrichtenagentur Reuters eine Quelle aus dem Innenministerium zitiert, wonach Italien mehr Abschiebezentren schaffen wolle. Das wurde auch immer wieder von den EU-Partnern gefordert. Im Moment gibt es nur vier solcher Einrichtungen, die funktionieren, mit einer Kapazität von insgesamt 360 Betten. Geplant sind 16 neue Einrichtungen, die mindestens 1.000 Menschen Platz bieten.

Italiens Polizeichef gab die Order, dass die Beamten landesweit verstärkt an der Suche und der Abschiebung von Migranten ohne Asylanspruch arbeiten sollen. Obwohl 2015 mehr als 27.000 Abschiebebescheide ausgestellt wurden, wurden weniger als 5.000 Migranten abgeschoben, wie Eurostat-Zahlen zeigen.

In Deutschland fordert Innenminister Thomas de Maizière eine härtere Gang art im Falle eines negativen Verfahrensausgangs. "Bundesausreisezentren" sollen errichtet werden, die Verantwortung für die abgelehnten Asylwerber soll von den Ländern auf den Bund übertragen werden, was schnellere Abschiebungen garantiere. (bbl, 3.1.2017)

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