Mit 105: Franzose peilt Stundenweltrekord an

Video3. Jänner 2017, 12:30
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Robert Marchand hält bereits die Bestmarke für 102-Jährige, jetzt will er es noch einmal wissen

Saint-Quentin-en-Yvelines – Im stolzen Alter von 105 Jahren peilt der Franzose Robert Marchand einen neuen Stunden-Weltrekord auf dem Rennrad an. Am Mittwoch wird der fitte Herr versuchen, in einer Stunde zwischen 23 und 24 Kilometer zurückzulegen – in seinem Alter hat das noch keiner geschafft. "Würde ich 30 Kilometer schaffen, würden alle sagen, dass ich gedopt bin", witzelte Marchand.

Der frühere Feuerwehrmann, der am 26. November 1911 auf die Welt kam, wird seinen Rekordversuch am Mittwochnachmittag auf der Radrennbahn der westlich von Paris gelegenen Gemeinde Saint-Quentin-en-Yvelines unternehmen. Dort hatte er schon einmal den natürlich von ihm selbst gehaltenen Weltrekord gebrochen, als er mit 102 Jahren in einer Stunde knapp 27 Kilometer abspulte.

Der nur 1,50 Meter große unde etwa 50 Kilogramm schwere Marchand wird nun voraussichtlich langsamer unterwegs sein – ist mit 105 Jahren aber auch in einer neuen Altersklasse. "Wenn ich so gut wäre wie damals, wäre ich ein Phänomen", meint Marchand. "Aber ich bin keins." Viele sehen das angesichts seiner Leistungen freilich anders.

Das Geheimnis seiner Fitness ist keines: "Ich habe mein ganzes Leben lang Sport betrieben", sagte der 105-Jährige. Außerdem: viel Obst und Gemüse, nicht zu viel Kaffee, keine Zigaretten und "sehr wenig Alkohol". Ein Glas Rotwein pro Tag ist aber erlaubt. Der rührige Monsieur Marchand trainiert quasi professionell, macht jeden Morgen Dehnübungen und sitzt regelmäßig auf dem Heimtrainer. Etwa 30 Kilometer spult er da ab.

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Seinen 103er beging Robert Marchand natürlich im Sattel.

Marchand, in Frankreich mittlerweile ein Mann mit Star-Potenzial, betrieb den Radsport in den 1920er und 1930er Jahren mit mäßigem Erfolg. Für eine Karriere als Profi hielt man ihn für zu klein. Nach dem Krieg stellte er das Velo ins Eck und begann nach langer Pause erst 1978 wieder mit dem Training, da war er 67.

Seither nimmt Marchand wieder an Rennen teil, mit 87 bestritt er etwa das Jedermannrennen beim Klassiker Paris – Roubaix. Sein Leibparcours ist allerdings die L'Ardéchoise, zwölfmal war er hier als Doyen des Feldes mit von der Partie. Seit 2011 trägt eine Überfahrt auf einer Höhe von 911 Metern seinen Namen.

Ganz beschwerdefrei ist aber auch Marchand nicht: Er hat Hörprobleme, ein wenig Bluthochdruck und Rheuma an den Händen, was es ihm erschwert, den Rennradlenker festzuhalten. Kleinigkeiten. "Den Beinen geht es gut", stellte Marchand fest. (red, APA, afp, 3.1. 2017)

  • Monsieur Marchand rollt sich ein.
    foto: apa/afp/bonaventure

    Monsieur Marchand rollt sich ein.

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