Erpresser-Trojaner nimmt Smart TV in Geiselhaft

3. Jänner 2017, 17:51
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Malware Flocker zeigt angebliche Meldung des FBI und lässt Fernseher nicht mehr normal benutzen

Sogenannte Ransomware gehört mittlerweile zu der am weitesten verbreiteten Malware. Die Schädlinge, die Daten verschlüsseln und sie nur gegen die Bezahlung einer bestimmten Summe wieder freigeben, bedrohen aber nicht nur Computer. Der Software-Entwickler Darren Cauthon berichtet auf Twitter, dass der LG-Smart-TV eines Familienmitglieds infiziert wurde.

Angebliche Sperre durch das FBI

Der Fernseher wurde vom Trojaner Flocker befallen. Die Malware für Android-basierte Geräte tauchte schon 2015 auf, Anfang 2016 wurde dann eine Version entdeckt, die auch Smart TVs infizieren kann. Dabei erscheint eine angebliche Meldung des FBI, dass nach einem Scan verdächtige, pornografische Dateien auf dem Gerät gefunden worden seien und es daher gesperrt wurde. Eine Strafe von 500 US-Dollar sei fällig. Dahinter stehen aber nicht US-Behörden, sondern der Erpressungsversuch durch Hacker.

darren cauthon

Ein befallener Fernseher kann danach nicht mehr normal benutzt werden. Im Fall von Cauthon habe das Zurücksetzen in Eigenregie das Problem nicht beheben können. Erst mit Hilfe von LG habe er den Fernseher auf die Werkseinstellungen zurücksetzen und dadurch vom Trojaner "befreien" können. Auf Youtube hat der Softwareentwickler eine Anleitung dafür veröffentlicht.

Schädliche App installiert

An der Infektion des Fernsehers soll eine App mit angeblich kostenlosem Zugang zu Filmen schuld gewesen sein. Diese wurde von einem Familienmitglied auf dem Fernseher installiert, wie Cauthon gegenüber "KSHB" erklärte. Um welche App es sich genau handelt, ist nicht bekannt. Unklar ist auch, ob sie über den offizielle Play Store verfügbar ist oder war. Google TV wurde 2014 eingestellt, neuere LG-Modelle laufen mit WebOS. Den Fernseher hat Cauthon nach eigenen Angaben 2012 oder 2013 gekauft. Neben LG wurde Google TV unter anderem auch auf Geräten von Sony, Logitech und Samsung eingesetzt. (red, 3.1.2017)

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