Abfahrts-Olympiasieger Jean Vuarnet gestorben

    2. Jänner 2017, 17:34
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    Franzose holte 1960 in Squaw Valley Gold, er war eine einflussreiche Figur in Weiterentwicklung von Fahrtechnik und Trainingsmethoden

    Paris – Abfahrts-Olympiasieger Jean Vuarnet ist nach Angaben seiner Familie im Alter von 83 Jahren an einem Schlaganfall gestorben. Der in Tunis geborene Franzose gewann 1960 bei den Winterspielen von Squaw Valley die Goldmedaille. Er errang seinen größten Erfolg als erster auf von Rossignol hergestellten Metallskiern.

    Bei der WM 1958 in Bad Gastein hatte sich Vuarnet, der als unübertroffener Analytiker galt, bereits davor zwei Mal Bronze gesichert. Im Abfahrtslauf wurde er hinter Toni Sailer und dem Schweizer Roger Staub ebenso Dritter, wie in der Kombination.

    Von 1957 bis 1959 wurde der vielseitige Vuarnet siebenmal französischer Meister – je zweimal in Abfahrt, Slalom und Kombination und einmal im Riesenslalom. Er spielte außerdem eine bedeutende Rolle in der Weiterentwicklung von Fahrtechnik und Trainingsmethoden. Vuarnet war Co-Autor von insgesamt fünf einflussreichen Büchern zum Thema.

    In den Sechzigerjahren war er die treibende Kraft hinter der Entwicklung der Skistation Avoriaz und des schweizerisch-französischen Wintersportgebietes "Portes du Soleil".

    Gegen Ende des Jahrzehnts kehrte er als Chef der in die Bedeutungslosigkeit abgerutschten italienischen Equipe in den Ski-Zirkus zurück. In seiner Ära formte er das "Blaue Lawine" genannte Wunderteam um die jungen Helden Gustav Thöni und Piero Gros. Ein folgendes Engagement beim französischen Verband verlief hingegen enttäuschend und führte zum Bruch mit Jean-Claude Killy.

    Nach seiner aktiven Karriere gründete Vuarnet eine Firma für Sportbekleidung, die seinen Namen trägt. Besondere Bekanntheit erlangte eine Sonnenbrillen-Kollektion. In den 1980er Jahren trugen auch Stars wie Mick Jagger oder Miles Davis Brillen von Vuarnet.

    Das Privatleben Vuarnets war von Tragödie überschattet. 1995 kamen seine damalige Ehefrau sowie einer der drei Söhne bei einem Massaker unter Mitgliedern der Sonnentempler-Sekte ums Leben. (red, sid, 2.1.2017)

    • Jean Vuarnet nach seinem Sieg in der olympischen Abfahrt 1960. Die Österreicher hatten beim Rennen in Squaw Valley nichts zu bestellen, Karl Schranz landete als ihr bester auf Platz 7.
      foto: apa/afp

      Jean Vuarnet nach seinem Sieg in der olympischen Abfahrt 1960. Die Österreicher hatten beim Rennen in Squaw Valley nichts zu bestellen, Karl Schranz landete als ihr bester auf Platz 7.

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