Insolvenzgefahr für Alitalia vorerst gebannt

2. Jänner 2017, 16:55
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Nach erfolgter Umschuldung kann Flugbetrieb zumindest zwei Monate aufrecht bleiben. Die Suche nach Partnern geht weiter

Mailand – Die italienische Fluggesellschaft Alitalia kann vorerst aufatmen. Wie in Bankenkreisen bestätigt wurde, ist eine Umschuldung der defizitären Airline erfolgt – damit könne der Flugbetrieb vorerst aufrechterhalten bleiben. Größte italienische Aktionäre der Alitalia sind die beiden Banken Unicredit mit knapp 13 Prozent und Intesa Sanpaolo mit 20 Prozent. Diese haben nun weitere 122 Millionen Euro Kredite zur Verfügung gestellt, womit zumindest für zwei Monate das Überleben der Airline gewährleistet wird.

Seit knapp drei Jahren kontrolliert Etihad Airlines 49 Prozent der Alitalia-Anteile. Infolge der EU-Regeln kann Etihad die Beteiligung nicht erhöhen und schließt daher eine Kapitalerhöhung aus. Etihad schreibt auch bei ihrem Engagement mit Air Berlin rote Zahlen. Der einstige Plan, Air Berlin und Alitalia zusammenzuschließen, wurde seit längerem ad acta gelegt.

Gewinne erst 2019

Ursprünglich war vorgesehen, dass Alitalia bereits 2017 schwarze Zahlen schreiben könnte, dieses Ziel musste aber längst revidiert werden. Es wurde inzwischen auf 2019 verschoben. Derzeit schreibt die Fluggesellschaft täglich bis zu 500.000 Euro Verluste. Etihad hat nun energisch einen Kostenabbau gefordert, will 1.500 der insgesamt 12.000 Beschäftigten abbauen und die Flotte um 20 Flugzeuge reduzieren. Die Gewerkschaften scheinen kompromissbereit zu sein. Kurz vor Weihnachten wurden der ehemalige Unicredit-Chef Federico Ghizzoni und der Präsident von Banca Imi, Gaetano Miccichè, in den vom ehemaligen Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo geleiteten Verwaltungsrat gewählt.

Suche nach Chef und Partner

Jüngsten Medienberichten zufolge scheint nicht nur die Geldquelle aus Abu Dhabi zu versiegen, auch Etihad-CEO James Hogan sowie Alitalia-Chef Cramer Ball scheinen kurz vor dem Abschied zu stehen. Die Suche nach einem neuen Chef – aber auch nach einem neuen Partner für Alitalia – hat in Rom bereits begonnen.

Alitalia zählt zu Italiens Dauerverlustbringern. Gut zwei Jahre nachdem der Vorgänger der heutigen Alitalia Insolvenz anmelden musste, steht inzwischen auch die Nachfolgegesellschaft mit dem Rücken zur Wand. Geldgeber Etihad hatte in den vergangenen zwei Jahren fast 2,5 Milliarden Euro in Alitalia gesteckt. (Thesy Kness Bastaroli aus Mailand, 2.1.2017)

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