Glashaus-Gegner sammelten 780 Unterschriften

2. Jänner 2017, 13:47
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Volksabstimmung für Bürgerinitiative noch nicht völlig vom Tisch

Frauenkirchen – Nach der Bekanntgabe des Aus für das geplante Riesenglashaus in Frauenkirchen zeigen sich Gegner erfreut. 780 Bürger unterschrieben für die Einleitung einer Volksabstimmung über das Vorhaben, zog Josef Umathum, Sprecher der Bürgerinitiative "Freie Sicht auf Frauenkirchen", am Montag Bilanz. Auf die Abstimmung wolle man verzichten, wenn der Gemeinderat die Rückwidmung des Grundstücks beschließe.

780 Unterschriften seien um rund 100 mehr, als zur Einleitung einer Volksabstimmung erforderlich. "Dafür bedanken wir uns ganz herzlich für diesen Mut, den die Leute gezeigt haben", sagte Umathum. Vor allem viele junge Menschen "quer aus allen Schichten" hätten unterschrieben – "das zeugt von lebendiger Demokratie."

"Der Gemeinderat ist jetzt aufgefordert, die Grundstücke rückzuwidmen" – von Grünland-Gewächshaus zu landwirtschaftlicher Fläche. "Damit ist auch für die Zukunft ein Bau nicht möglich", erläuterte Umathum. Vier Wochen habe der Gemeinderat Zeit, um in der Frage zu entscheiden.

Komme es zur Rückwidmung, "dann wird es mit Sicherheit keine Volksabstimmung geben", weil dann die Notwendigkeit dafür fehle. Wenn keine Rückwidmung erfolge, finde die Volksabstimmung statt. Abgestimmt würde dann über jenen Gemeinderatsbeschluss, mit dem das Grundstück umgewidmet worden war.

Bürgerinitiative vor Auflösung

Der Gemeinderat sei angesichts der 780 Unterschriften "gut beraten, das wirklich von sich aus zurückzuwidmen", meinte der Sprecher der Bürgerinitiative. Als nächsten Schritt wolle man versuchen, mit der Gemeinde – in Frauenkirchen stellt die SPÖ den Stadtchef – eine Veranstaltung durchzuführen. Dabei solle man sich sozusagen die Hände reichen und sagen: "Das Thema ist abgeschlossen. Wir müssen miteinander leben, wir wollen miteinander gestalten".

Damit werde sich die Bürgerinitiative auflösen. "Von meiner Seite her gibt es überhaupt keine Ambitionen, da irgendwie politisch einzusteigen. Ich gehe wieder meine Reben schneiden, das ist mir lieber", stellte Umathum fest.

Natürlich sei es fürs Gemeindeleben gut, wenn sich Menschen engagieren. An die Entstehung einer eigenen Bewegung sei aber nicht gedacht. "Das wurde uns zwar immer unterstellt, aber das ist nicht der Fall."

Es sei "historisch in der Gemeinde Frauenkirchen, dass ein Gemeinderatsbeschluss angefochten worden ist", meinte Umathum. Am Anfang hätten Leute gegen das Glashaus unterschrieben, weil sie gegen den Standort gewesen wären. In weiterer Folge sei dann "die Art, über alles drüberzufahren", mit ausschlaggebend gewesen, glaubt der Winzer. Als dann noch ökologische Bedenken dazugekommen seien, "ist ein richtiger Ruck gekommen".

"Die Leute wollen natürlich Unternehmen im Ort haben. Aber sie wollen saubere Unternehmen haben", sagte Umathum. Es gehe immerhin ums Grundwasser. Er hoffe, "dass die Vernunft siegt und dass der Gemeinderat das wirklich zurückwidmet." (APA, 2.1.2017)

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