Kapitän von indonesischer Unglücksfähre verhört

2. Jänner 2017, 09:04
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Er soll nach dem Unglück mit 23 Toten als Erster von Bord gesprungen sein

Jakarta – Nach dem Fährunglück in Indonesien mit mindestens 23 Toten hat die Polizei den Kapitän des Schiffs festgenommen. Der Mann, der nach dem Unglück als Erster von Bord gesprungen sein soll, sei noch am Sonntag festgenommen worden und werde zum Feuer an Bord befragt, teilte die Polizei am Montag mit. Gegen ihn wird wegen fahrlässigen Verhaltens ermittelt.

Indonesische Medien hatten berichtet, der Kapitän sei als Erster von Bord gesprungen und habe die Passagiere ihrem Schicksal überlassen. Später sei er zusammen mit anderen Schiffbrüchigen aus dem Meer gerettet worden.

Suche nach weiteren Opfern

Rettungskräfte suchten an der Unglücksstelle im Meer vorsichtshalber nach möglichen weiteren Opfern. Die Fähre war am Sonntag mit etwa 250 Menschen an Bord vor der Küste der Hauptstadt Jakarta in Brand geraten. Die meisten konnten gerettet werden, doch 23 Menschen kamen ums Leben. Weitere 50 wurden nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde verletzt.

Das Schiff war am Neujahrstag auf dem Weg von Jakarta zur 50 Kilometer entfernten Ausflugsinsel Tidung gewesen, als es aus bisher ungeklärter Ursache in Brand geriet. Das Feuer brach kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen im Maschinenraum des Schiffes aus, nachdem es dort zu einer Explosion gekommen war. Nach Angaben des Verkehrsministeriums könnte die Explosion von einem Kurzschluss ausgelöst worden sein.

Die Fähre "Zahro Express" wurde schnell von Feuer und Rauch erfasst. Viele Passagiere sprangen ins Wasser, um den Flammen zu entkommen. Vorbeifahrende Fischer zogen viele Überlebende aus dem Wasser, anderen kamen Rettungsboote zu Hilfe. Die Feuerwehr löschte schließlich das Feuer. Das ausgebrannte Schiff wurde in den Hafen von Jakarta zurückgebracht. (APA, 2.1.2017)

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    foto: ap/dita alangkara
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