Explosion vor rechtsextremem Buchladen in Florenz

1. Jänner 2017, 21:01
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Verdächtiges Paket rief Polizeiexperten auf den Plan

Florenz – Bei der Explosion eines Pakets vor einer Buchhandlung mit rechtsextremen Publikationen in Italien ist ein Sprengstoffexperte der Polizei schwer verletzt worden. Der Beamte verlor durch das Unglück am Sonntag in Florenz eine Hand und ein Auge, wie die Nachrichtenagentur AGI unter Berufung auf die Polizei berichtete. Das Geschäft hat Verbindungen zu der neofaschistischen Bewegung Casa Pound.

Den Behörden zufolge entdeckten Polizisten am Sonntag in der Früh das verdächtige Paket vor dem Geschäft und alarmierten Sprengstoffexperten der Polizei. Als diese sich dem Gegenstand näherten, flog er in die Luft. Das Paket war demnach mit einem Zeitzünder ausgestattet. Außer dem Polizisten wurde niemand verletzt, es gab auch keine Sachschäden.

"Ungerechtfertigter Vorfall"

Der Sprengstoffexperte wurde mit seinen schweren Verletzungen rasch ins Krankenhaus gebracht und sofort operiert, seine Hand und das Auge konnten aber nicht gerettet werden.

Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, sprach laut AGI von einem "sehr ernsthaften und ungerechtfertigten Vorfall". Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni ließ sich von Innenminister Marco Minniti informieren.

Casa Pound gründete sich im Jahr 2003 in Rom. Die rechtsextreme Bewegung hat mehrere hundert Mitglieder und protestiert regelmäßig gegen die Europäische Union und gegen Einwanderer. Ihr Anführer Gianluca Iannone erklärte, das sei bereits der "dritte Anschlag" auf die Buchhandlung, deren "einziges Vergehen" es sei, Casa Pound nahezustehen. Zu einem mutmaßlichen Attentat bekannte sich aber zunächst niemand. (APA, 1.1.2017)

  • Die Ermittler am Tatort in Florenz.
    foto: maurizio degl'innocenti/ansa via ap

    Die Ermittler am Tatort in Florenz.

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