Silvester: Kölner Polizei kontrollierte hunderte Männer

1. Jänner 2017, 10:07
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Feierlichkeiten verliefen deutschlandweit weitgehend friedlich, Kölner Polizei stellte bei 650 Nordafrikanern "Grundaggressivität" fest und erteilte Platzverweise

Berlin/Köln – Mit einem Feuerwerk am Brandenburger Tor haben hunderttausende Menschen in Berlin das neue Jahr begrüßt. Bis kurz nach Mitternacht verliefen die Feierlichkeiten ohne Zwischenfälle, wie eine Sprecherin des Veranstalters mitteilte. Es gebe viele fröhlich feiernde Menschen. Auch aus Sicht der Berliner Polizei ist die Silvesternacht zunächst "weitgehend friedlich" verlaufen. Auf der Partymeile am Brandenburger Tor habe es vereinzelt Festnahmen wegen Rangeleien gegeben. Es seien zwei Fälle von sexueller Belästigung gemeldet worden.

"Am Hauptbahnhof haben wir mehrere Hundert Personen, die augenscheinlich aus Afrika stammen, festgestellt. Ihre Identität wird festgestellt und dabei auch der ausländerrechtliche Status überprüft", schrieb die Kölner Polizei in der Nacht in den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook.

Nach dem Lkw-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt Mitte Dezember war die Festmeile zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule mit Zäunen, Betonblöcken und Fahrzeugen abgeriegelt. Besucher wurden streng kontrolliert, Feuerwerkskörper und andere gefährliche Gegenstände waren verboten. Polizisten waren auch mit Maschinengewehren im Einsatz.

Die Beamten hätten rund 650 Nordafrikaner schon bei der Fahrt in die Kölner Innenstadt an Bahnhöfen gestoppt, sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies am Sonntag in Köln. Bei den überwiegend jungen Männern sei eine "Grundaggressivität" festgestellt worden, es sei mit Straftaten zu rechnen gewesen. Die Personalien seien überprüft und Platzverweise erteilt worden. In der Silvesternacht habe es rund um die Innenstadt 92 Festnahmen gegeben, davon seien 16 Deutsche gewesen. Die übrigen hätten sich über sehr viele Nationalitäten verteilt.

Die Polizei war in Köln mit einem Großaufgebot an Ort und Stelle, nachdem es im vergangenen Jahr massenhaft sexuelle Belästigungen von Frauen und Diebstähle durch zumeist nordafrikanische Täter gegeben hatte. 1.500 Polizisten waren im Einsatz – mehr als zehnmal so viele wie 2015. Hinzu kamen rund 300 Bundespolizisten. Auch in Köln kamen Betonelemente und große Fahrzeuge als Sperren gegen mögliche Attentäter zum Einsatz. (APA, AFP, dpa, Reuters, 1.1.2017)

  • Am Kölner Hauptbahnhof und am Deutzer Bahnhof wurden am Abend hunderte Nordafrikaner überprüft.
    foto: apa/afp/dpa/oliver berg

    Am Kölner Hauptbahnhof und am Deutzer Bahnhof wurden am Abend hunderte Nordafrikaner überprüft.

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