Türkei: Zwischen "erhöhtem Sicherheitsrisiko" und "partieller Reisewarnung"

1. Jänner 2017, 09:41
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Außenministerium rät seit Monaten österreichischen Reisenden zu erhöhter Vorsicht.

Istanbul/Wien – Seit Monaten schon gilt für einige Regionen der Türkei an der Grenze zu Syrien und zum Irak aus Sicht des österreichischen Außenministeriums eine "partielle Reisewarnung". Für die Metropolen und Urlaubsdestinationen hingegen wird ein "erhöhtes Sicherheitsrisiko" ausgesprochen. Das hat sich auch durch den Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub in der Silvesternacht nicht geändert.

Das Außenministerium unterteilt die Sicherheitslage in den Ländern der Welt in sechs Sicherheitsstufen. Diese Kategorisierung wird nach eigenen Aussagen laufend auf Basis von Informationen österreichischer und europäischer Vertretungsbehörden erstellt und regelmäßig aktualisiert. Sie soll, so das Außenministerium, den Reisenden eine höchstmögliche Transparenz und die breitestmögliche Grundlage für Reiseentscheidungen bieten.

Ausgehend von einem guten Sicherheitsstandard, der die österreichischen Verhältnisse als Maßstab nimmt (Stufe 1), ist das Sicherheitsrisiko aufsteigend gestaffelt, um eine Differenzierung zuzulassen und findet seine höchste Stufe in der "Reisewarnung" (Stufe 6).

Regional unterschiedliche Gefahrenlagen

Für die Grenzregion der Türkei Richtung Syrien und Irak gilt seit Monaten – und bis auf Weiteres – "Sicherheitsstufe 5" bzw. eine "partielle Reisewarnung". Diese wird ausgesprochen, wenn in einem Land – oder zumindest in einer seiner Regionen – "(bürger)kriegsähnliche Zustände, verhängtes Kriegsrecht, Krieg, Bürgerkrieg" herrschen.

Diese "Sicherheitsstufe 5" gilt konkret und aktuell nicht für Istanbul, sondern nur für jene Gebiete, die sich weniger als zehn Kilometer von der syrischen und irakischen Grenze entfernt befinden. "Vor Reisen in diese Gegenden wird aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen in den Nachbarstaaten und möglicher Granateneinschlägen auf türkischem Gebiet ausdrücklich gewarnt", schreibt das Außenministerium.

Im Osten und Südosten des Landes gilt allgemein "Sicherheitsstufe 3" bzw. "Hohes Sicherheitsrisiko".

"Erhöhtes Sicherheitsrisiko" in Istanbul

Der Rest der Türkei – inklusive der Metropolen Istanbul und Ankara und der Urlaubsdestinationen – wird nach wie vor als "Erhöhtes Sicherheitsrisiko" bzw, "Sicherheitsstufe 2" klassifiziert. Aus diesem Grund empfiehlt das Außenministerium beim Aufenthalt dort nicht nur die Einhaltung bestimmter Sicherheitsmaßnahmen, sondern vor allem auch, die Ausweispflicht zu beachten und Urlaube und sonstige kurzfristige Aufenthalte vorab dem Außenministerium zu melden, damit dieses über den Aufenthalt prinzipiell bescheid weiß.

"Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit erhöhtem oder hohem Sicherheitsrisiko begeben möchte, muss sich der Gefährdung bewusst sein. In diesem Fall wird dringend empfohlen, sich über die Sicherheitslage vor Ort genauestens zu informieren und diese gegebenenfalls während des Aufenthaltes regelmäßig zu überprüfen", so das Außenministerium.

Weitere, tagesaktuelle Informationen zur Sicherheitslage in der Türkei auf der Homepage des Außenministeriums (hier klicken). (red, 1.1.2017)

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