Familie Federer fliegt wieder

31. Dezember 2016, 15:55
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Nach einem halben Jahr Pause gibt Tennisgenie Roger Federer in Australien ein Comeback. Der 35-jährige Schweizer trainierte leidenschaftlich und ist nach wie vor hungrig. Seine vier Kinder sind es auch

Perth – Wie sehr Roger Federer vermisst wurde, zeigte sich beim ersten Training des Schweizer Maestros im australischen Perth. 8000 Fans waren in die Arena des Hopman Cup gepilgert, um Federers finale Vorbereitung auf sein Comeback in Augenschein zu nehmen. Der 35-Jährige bewegt noch immer die Massen wie kein zweiter Tennisspieler, da können Andy Murray und Novak Djokovic sozusagen einpacken. Doch nirgends war die Freude über die bevorstehende Rückkehr nach sechs Monaten Pause größer als im heimischen Wohnzimmer. Die Zwillingspaare Myla und Charlene (7) sowie Leo und Lenny (2) kennen nur das Leben auf Tour. Während Papas Zwangspause wollten sie, so erzählte Federer im Trainingslager in Dubai der New York Times, ständig wissen: "Wann fliegen wir das nächste Mal nach Australien, wann wieder nach New York? Sie waren richtig unruhig." Roger Federer konnte nur antworten: "Eine ganze Weile nicht."

Am 2. Jänner hat die Wartezeit der Familie Federer und aller Anhänger ein Ende. Bei der inoffiziellen Mixed-WM, einem Härtetest für die Australian Open in Melbourne (ab 16. Jänner), greift Federer nach 178 Tagen ohne offizielles Match wieder zum Schläger. Nach der Niederlage im Halbfinale von Wimbledon gegen Milos Raonic mit einem symbolträchtigen Sturz auf den heiligen Rasen hatte der 17-malige Grand-Slam-Champion seine Saison beendet. Befürchtungen, das Ende seiner Karriere nahe, trat Federer jedoch vom ersten Tag seiner Pause an energisch entgegen. "Es gibt keinen Grund, aufzuhören."

Verjüngt

Seine Ehefrau Mirka sei "total engagiert, total glücklich", sagte Federer: "Die Kinder lieben es, ich bin noch immer hungrig und nun sogar ausgeruht, geradezu verjüngt." Wie sehr Federer auf sein Comeback brennt, verdeutlicht sein Konditionstrainer Pierre Paganini, Federers wichtigster Begleiter während der Aufbauphase im Herbst und Winter. "Rogers Leidenschaft für das Training und das Tennis war zuletzt vielleicht noch größer, als ich gedacht hatte", sagte Paganini dem Schweizer Tagesanzeiger: "Wenn einer wie er, der sechs Monate keine Turniere bestreiten kann, jeden Tag mit einem Lächeln ins Training kommt, ist das mehr als Leidenschaft. Er ist schon ein Unikum."

Erste Hinweise auf Federers Leistungsfähigkeit nach einem Jahr voller Rückschläge inklusive einer Knieoperation soll der Hopman Cup geben. Drei reguläre Einzel über zwei Gewinnsätze sind garantiert, unter anderem am 4. Jänner das Duell mit dem deutschen Top-Talent Alexander Zverev (19). Im Mixed tritt Federer an der Seite von Belinda Bencic an.

In grauer Tennisvorzeit, zweieinhalb Jahre vor seinem ersten Majortitel, hatte Federer bereits in Perth triumphiert. 2001 gemeinsam mit Martina Hingis. 2002 trat er mit seiner heutigen Ehefrau Mirka an. 15 Jahre später ist Federer zurück an der australischen Westküste und kehrt zurück auf die Profitour. In der Weltrangliste ist er nur mehr die Nummer 16, egal, die Anzahl der Matches (bisher 1325), der Turniersiege (88) und die Preisgeldsumme von 99 Millionen Dollar hält er noch für ausbaufähig.

Myla, Charlene, Leo und Lenny legen jedenfalls äußerst großen Wert darauf. (sid, red, 31.12.2016)

  • Roger Federer hat die Lust am Tennis nicht verloren. Im Gegenteil, sie ist sogar gewachsen.
    foto: apa/jaspersen

    Roger Federer hat die Lust am Tennis nicht verloren. Im Gegenteil, sie ist sogar gewachsen.

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