Das Schwein kann mehr als Glück bringen

Kopf des Tages31. Dezember 2016, 10:00
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Lange vor unserer Zeit war das Schwein positiv besetzt

Von der Beliebtheit, die das Schwein zu Silvester genießt, kann es sonst nur träumen. Immerhin schafft man es als Schwein unterm Jahr höchstens als Braten auf den Tisch oder wird als Schimpfwort für unsympathische Charaktere missbraucht. Eine Ungerechtigkeit! Lange vor unserer Zeit war das Schwein zum Beispiel bei den Kelten positiv besetzt und galt als Symbol der Fruchtbarkeit.

Glück bringt das Schwein vor allem bei den Chinesen. Leute, die im astrologischen Jahr des Schweins geboren sind, gelten dort nämlich als Glücksbringer – vor allem für andere Menschen. Übrigens steht das nächste derartige, alle zwölf Jahre wiederkehrende Jahr 2019 ins Haus. China also haben wir den Brauch zu verdanken, dass wir uns zum Jahresende Schweine aus Plastik, Gummi, Stein, Glas, Holz, Keramik, Schokolade oder Marzipan schenken.

Schweine sind schlau

Kunekuneschweine aber kennen wenige. Am Messerli-Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien, einem Kompetenzzentrum zur Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung, beschäftigt man sich intensiv mit genau diesen Tieren. Leben dürfen die glücklichen Studienobjekte in einem von idyllischen Äckern umgebenen Waldstück in der Nähe von Bad Vöslau. Längst wusste man nämlich schon, dass Schweine in Sachen Intelligenz zum Beispiel Hunden um nichts nachstehen.

Erforscht wird aber die soziale Intelligenz von Romeo, Rosalie, der roten Zora und den anderen Kunekuneschweinen, also etwa ihre Fähigkeit, andere zu verstehen. Sie kommen tatsächlich angerannt, wenn man sie bei ihren jeweiligen Namen ruft, Romeo kann sogar Männchen machen, wenn man ihn lieb bittet. Weideschweine aus Neuseeland waren sie ursprünglich. In der Sprache der Maori bedeutet "kunekune" fett und rund.

Richtig gesegnet mit sozialer Intelligenz scheint die Welt derzeit wirklich nicht zu sein. Das Jahr 2016 war diesbezüglich überhaupt besonders armselig. Glücksschweine könnte man da für das Jahr 2017 vielleicht einfach zu Glückskunekuneschweinen umfunktionieren, damit es am Ende des Jahres dann heißt, man habe mehr soziale Intelligenz gehabt – statt mehr Glück als Verstand. Und für die Artgenossen von Romeo, Rosalie und der roten Zora wäre es ein besonderes Glück, würde man sie auch ganzjährig etwas mehr würdigen. Tatsächlich könnte ein Besuch bei den Waldbewohnern da helfen. (Colette M. Schmidt, 31.12.2016)

  • Schweine sollen Glück bringen – sonst werden sie aber meist unterschätzt.
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    Schweine sollen Glück bringen – sonst werden sie aber meist unterschätzt.

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