Horror statt Terror: "Polizeiruf 110"zu Neujahr in der ARD

1. Jänner 2017, 12:00
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"Randgruppenhämmer": Wo sind die Rostocker Kommissare denn diesmal hingeraten?

Es fängt nicht gut an. Eigentlich wollte die ARD am Neujahrstag, immerhin an einem der zuseherstärksten Tage, einen neuen Tatort aus Dortmund zeigen. Doch der wurde aus Rücksicht auf die Opfer des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt verschoben. Denn auch in Dortmund wäre ein Lkw in eine Menge gerast.

Dann sollte ein für 29. Jänner geplanter Saarbrücker Tatort vorgezogen werden. Daraus wurde auch nichts, der SWR wollte nicht Lückenbüßer spielen. Also kein Tatort zu Neujahr, stattdessen ermittelt das Rostocker Team vom Polizeiruf 110 in Angst heiligt die Mittel.

Gute Sache, möchte man meinen, schließlich zählen die Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Buckow (Charly Hübner) zu den erfreulichsten Erscheinungen der deutschen Krimiwelt.

"Randgruppenhämmer"

Doch, um Gottes Willen, wo sind sie denn diesmal, in ihrem 14. Fall, reingeraten? Eine Sandlerin wurde mit einer Bierflasche vergewaltigt und getötet. Das allein ist schon recht unschön, doch es kommen noch einige "Randgruppenhämmer" dazu.

Rasch verdächtigt man im Dorf die Mitglieder einer bemerkenswerten Wohngemeinschaft: einen Pädophilen und einen Vergewaltiger. König und Buckow kommen kaum nach, denn der Pädophile bringt sich um, der Vergewaltiger wird entführt und grausam gequält. Die Dörfler saufen sich derweil die Hucke voll.

Es ist ungefähr so viel Horror und Schrecken zu sehen wie auf einem Gemälde von Hieronymus Bosch. Allerdings schaut man dies im TV nicht gern an, weil es alles zu viel und recht holzschnittartig ist. Den wichtigsten Satz sagt Buckow am Schluss zu König. Aber der hat mit dem Fall nichts zu tun. (Birgit Baumann, 1.1.2017)

  • Kommissarin Kathrin König (Anneke Kim Sarnau).
    foto: ndr/christine schroeder

    Kommissarin Kathrin König (Anneke Kim Sarnau).

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