Fabio Parettas "Die Kraft des Bösen": Die Unantastbaren

    4. Jänner 2017, 10:19
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    Ein dichter und realitätsnaher Krimi mit Schauplatz Neapel

    Eines ist sicher: Hinter dem Pseudonym Fabio Paretta verbirgt sich ein Könner. Er muss ein intimer Kenner einer Stadt sein, die zwar in allerlei Schnulzen vorkommt, die aber kaum jemand, der nicht dort geboren wurde, wirklich kennt, schon gar nicht deren Schattenseiten. Die Rede ist von Neapel, vom Industrieviertel Bagnoli mit seinen Fabriksruinen, dem Schmutz, der Arbeitslosigkeit, der Armut – und der Camorra.

    In so einer Umgebung muss ein Gemeindepriester ein wahrer Heiliger sein, und ausgerechnet dieser mildtätige, aufrechte Pfarrer soll sich in der Glockenstube seiner Kirche erhängt haben? Franco de Santis braucht Geduld, um hinter das Rätsel zu kommen. Und als er weiß, wer am Tod des Priesters Schuld trägt, scheint er keine Chance zu haben, denn da stößt er auf Machthaber, die glauben, unantastbar zu sein.

    Ein dichter und realitätsnaher Krimi zwischen den Villenvierteln auf dem noblen Vomero und den Wohnhöhlen in Neapels berüchtigter Altstadt. Eine weiße Weste behält hier niemand. Überleben ist alles. (Ingeborg Sperl, 4.1.2017)

    Fabio Paretta, "Die Kraft des Bösen". € 10,30 / 412 Seiten. Penguin, München 2016

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      foto: penguin
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