Wie Margaret Thatcher an die deutsche Wiedervereinigung gewöhnt werden musste

30. Dezember 2016, 15:25
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National Archives gewähren Einblick in eine brisante Phase der jüngeren Geschichte

London – Dass die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher von der Idee einer Wiedervereinigung Deutschlands alles andere als begeistert war, ist bekannt. Neue Details dazu sind seit Freitag in bisher unter Verschluss gehaltenen Dokumenten nachzulesen.

Die britischen National Archives veröffentlichte eine Reihe von internen Regierungsdokumenten aus den Jahren 1989 und 1990. Daraus geht hervor, dass Thatcher von ihren Beratern nur mit Mühe überzeugt werden konnte, das wiedervereinigte Deutschland als Verbündeten zu betrachten. "Wesentlich ist es, die Worte Freund, Verbündeter und Partner zu verwenden, sofern Sie das ertragen können", schrieb ein persönlicher Berater in einem Briefing für die damalige Premierministerin vor einem Treffen mit dem deutschen Botschafter in London am 3. Oktober 1990.

Aus den Dokumenten geht auch hervor, dass in Großbritannien große Unsicherheit darüber herrschte, ob ein wiedervereinigtes Deutschland zu seiner aggressiven Politik aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückkehren würde. Eine Expertengruppe, die im März 1990 zusammenkam, konnte sich nicht einig werden. Im Protokoll des Treffens ist zu lesen: "Die Art, wie die Deutschen derzeit ihre Ellenbogen einsetzen und ihr Gewicht in die Europäische Gemeinschaft einbringen, legt nahe, dass sich vieles nicht geändert hat." Trotzdem kamen sie zum Schluss: "Wir sollten nett zu den Deutschen sein." (APA, red, 30. 12. 2016)

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