Frauen auf Facebook mit Fake-Agentur zu Sex überredet

30. Dezember 2016, 15:14
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Generalstaatsanwalt von Washington: "Eine der ungeheuerlichsten Betrügereien, die ich bisher gesehen habe"

In Seattle soll ein Mann eine besonders elaborierte Betrugsmasche auf Facebook aufgezogen haben, um Frauen dazu zu bringen mit ihm zu schlafen. Matt H. soll jahrelang unter falscher Identität vorgetäuscht haben eine Vermittlungsagentur für Erwachsenenunterhaltung zu betreiben. H. wurde laut Medienberichten davor bereits wegen Vergewaltigung angezeigt und befindet sich in Untersuchungshaft.

"Eine der ungeheuerlichsten Betrügereien"

Nun werden ihm Verstöße gegen den Washington Consumer Protection Act und den Commercial Electronic Mail Act vorgeworfen, heißt es in einer Aussendung der Generalstaatsanwaltschaft vom Bundesstaat Washington. Es sei eine der ungeheuerlichsten Betrügereien, die er in seiner Arbeit als Generalstaatsanwalt bisher erlebt habe, erklärt Bob Ferguson. Die Opfer hätten ein emotionales Trauma erlitten und ihnen seien aufgrund fiktiver Jobangebote finanzielle Schäden entstanden.

Der Mann gab sich laut der Anzeige als eine Geschäftsfrau namens Deja Stwalley aus. Unter dem Facebook-Profil soll er Frauen kontaktiert und ihnen vorgespielt haben eine Agentur zu betreiben, die gut bezahlte Jobs in der Erwachsenenunterhaltungsbranche vermittle. Die Frauen wurden dann zu Vorstellungsgesprächen und Auditions eingeladen, wo H. zunächst verschiedene private Informationen abgefragt und sie dann zu Nacktfotos und Sex als "Einstellungstest" überredet haben soll.

Netz aus Fake-Seiten und -Profilen

Der Mann soll mehrere Websites, E-Mail-Adressen und Google-Voice-Telefonnummern angelegt haben, um den Anschein zu erwecken es handle sich um eine reale Agentur. Mit einem zweiten Fake-Facebook-Profil unter dem Namen Chrissy Baaten soll er ebenfalls Frauen kontaktiert haben, um für die Agentur zu werben und die Glaubwürdigkeit zu stärken. Die Generalstaatsanwaltschaft hat Screenshots einer Konversation zwischen Baaten und einem der Opfer veröffentlicht.

Der Generalstaatsanwalt fordert Schadenersatz und Strafen von bis zu 2.000 Dollar für jeden Verstoß. Aufgrund seiner Anklage wegen Vergewaltigung in drei Fällen droht ihm zudem eine Haftstrafe. H. bestreitet die Vorwürfe. Wieviele Frauen geschädigt wurden, ist bislang nicht bekannt. (red, 30.12.2016)

  • Mit diesem Fake-Profil soll ein Mann aus Seattle Frauen geködert haben.
    screenshot: generalstaatsanwaltschaft washington

    Mit diesem Fake-Profil soll ein Mann aus Seattle Frauen geködert haben.

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    screenshot: generalstaatsanwaltschaft washington
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