Bernadette Schild schwört Facebook ab

30. Dezember 2016, 14:54
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ÖSV-Läuferin: "Man kann sich das nicht mehr alles durchlesen" – Aufwärtstrend nach bestem Slalom-Ergebnis im WM-Winter

Semmering – Bernadette Schild hat am Donnerstag als Semmering-Fünfte das bisher beste Slalom-Ergebnis der ÖSV-Damen in diesem Winter perfekt gemacht. Die Salzburgerin sah damit einen weiteren wichtigen Schritt getan. "Ich fahr noch sehr viel mit Köpfchen, aber das ist okay", meinte Schild, die wegen pauschaler Medienkritik derzeit sogar Facebook vermeidet. "Man kann sich das nicht mehr alles durchlesen."

Im zweiten Teil des Flutlicht-Spektakels auf dem Zauberberg schaffte es Schild, die als bestes Ergebnis zuvor den achten Platz aus Killington stehen hatte, ihre Nerven in den Griff zu bekommen und die Aufregung in positive Energie umzuwandeln. Mit der viertbesten Laufzeit verbesserte sich die 26-Jährige vom elften auf Platz fünf und sorgte damit für das beste Slalom-Resultat der Österreicherinnen seit dem Weltcup-Finale im März in St. Moritz, wo Michaela Kirchgasser Fünfte war.

"Ich habe mir vor der Saison vorgenommen, einfach einen Schritt nach dem anderen zu machen und wirklich immer am Material weiterzuarbeiten. Und es scheint so zu sein, dass ein Schritt nach dem anderen kommt, und das ist wirklich schön", sagte Schild, die in ihrer Karriere bisher einmal als Zweite und zweimal als Dritte an einer Siegerehrung teilnehmen durfte. Der positive Trend solle im neuen Jahr weitergehen.

"Ich fahr noch sehr viel mit Köpfchen"

Ihr Maximum habe Schild noch nicht ausgeschöpft. "Ich denk', ich bin am Weg dorthin. Natürlich ist das noch nicht das befreite Skifahren, auf das ich hinarbeite", erläuterte die 26-Jährige, deren Schwester Marlies Raich dreimal auf dem Zauberberg triumphiert hatte. Die letzte Selbstverständlichkeit "ist sicherlich noch nicht ganz da. Also ich fahr noch sehr viel mit Köpfchen". Den Menschen, der ihr erklären könne, wie man den Kopf ausschalten könne, habe sie noch nicht getroffen.

Eine womöglich hilfreiche Maßnahme hat Schild dahingehend aber selbst schon gesetzt, indem sie den Konsum der einschlägigen Artikel und dazugehörigen Kommentare drastisch reduziert hat. "Weil natürlich die Medien in letzter Zeit doch ein bisschen auf uns rumhacken", erklärte sie. Generelle Kritik, wonach die Slalom-Damen allesamt keine Leistung bringen würden, stoße ihr ohnehin sauer auf, da Skifahren für sie ein Einzelsport ist.

"Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe Facebook derzeit ein bisschen abgeschworen. Es gibt natürlich auch sehr viele positive Kommentare, aber es gibt halt auch die andere Seite", sagte Schild. "Deswegen muss man sich da einfach, denke ich, ein bisschen abschotten. Geschrieben ist sehr schnell etwas, gesagt eher langsam. Natürlich ist es ein Miteinander mit den Medien, aber ab und zu muss man da die Scheuklappen aufsetzen."

Bevor es nach Zagreb weitergeht, wo am 3. Jänner der nächste Nachtslalom auf dem Programm steht, will Schild noch "ganz gemütlich" Silvester feiern. "Vielleicht mit ein paar Freunden am Nachmittag. Aber ich denke, ich werde das Feuerwerk wahrscheinlich nicht live sehen", kündigte sie an. (APA; 30.12.2016)

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    foto: apa/afp/coffrini

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