Julya Rabinowich: Ein neues Jahr

30. Dezember 2016, 17:00
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2016 hat sich vertschüsst. 2017 hat eine Steilvorlage

2016 hat sich vertschüsst. In Anbetracht der dunklen Zeiten und Omen, das es mit sich brachte, kann man einerseits erleichtert sein. Andererseits: Wir haben jetzt einen Mensch gewordenen wilden Kürbis im Weißen Haus, dem ein russischer Bär zu diesem Verortungsgebiet verholfen haben soll und der glaubt, der Klimawandel sei ein chinesischer Hoax. Und der noch vor Angelobung derart heftig ausfallend geworden ist, dass die Welt die Ohren anlegt.

Aleppo liegt in Trümmern. Der IS nicht. Die Nationalisten versuchen noch immer, sich länderübergreifend zu vernetzen: zu einer internationalen Nationale. 2017 hat also eine Steilvorlage. Aber in einem kleinen gallischen Dorf namens Österreich hat nicht Nationalismus gewonnen, sondern das Gemäßigte und Besonnene.

Die Lügenposterei brachte nicht den gewünschten Erfolg: trotz Sudelkampagnen auf Facebook, massiver Sprachentgleisungen, Verschiebung der Duldungsgrenzen. Das lässt hoffen. Der Vormarsch ist also nicht unbegrenzt. Der Mensch ist auch dazu fähig, seinen Verstand einzubringen und das von seinem Verstand Vorgeschlagene auch zu befolgen. Die Ausdehnung des Aggressiven, Verhetzenden, Angst verbreitenden ist enden wollend.

Es gibt auch andere Wege. Stephen Hawking meinte kürzlich, die Menschheit sei an einem Wendepunkt angelangt. Wir können den Planeten zwar schon zerstören, aber wir können ihn noch nicht verlassen. In dieser Zeit gebe es nur eine Möglichkeit: die anstehenden Herausforderungen wie Migration, Krieg, Umweltverschmutzung, die Schere zwischen Arm und Reich und den steigenden Nationalismus gemeinsam zu lösen, als Bewohner dieses Planeten – oder gemeinsam unterzugehen.

Auch Multimilliardäre können nicht im luftleeren Raum auf Dauer überleben. Das sollte ein ernstzunehmender Appell an alle sein, auch an Vermögende. (Julya Rabinowich, 31.12.2016)

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