Snowden und Manning reichten Gnadengesuch bei Obama ein

30. Dezember 2016, 12:55
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Whistleblowerin Chelsea Manning hat noch mehr Chancen als Snowden – wenngleich auch sehr geringe

Eine Vielzahl an Verurteilten haben in den vergangenen Wochen Gnadengesuche an US-Präsident Barack Obama gestellt. Sie erwarten, dass Obama in den letzten Tagen seiner Amtszeit einige Begnadigung aussprechen wird. Unter den Anträgen finden sich auch einige Whistleblower, darunter Edward Snowden und Chelsea Manning. Während Snowden noch im Exil in Russland ausharrt, wurde Manning bereits zu einer 35-jährigen Haftstrafe verurteilt. Sie soll geheimes Material an Wikileaks geliefert haben.

Geringe Erfolgsaussichten

Experten sehen eher geringe Chancen für eine Begnadigung der Whistleblower. Manning habe jedoch mehr Erfolgsaussichten als Snowden: Denn sie hat einen Teil ihrer Strafe bereits abgesessen und glaubwürdig dargestellt, dass sie sich zur Zeit ihrer Tat in einer Phase der psychischen Instabilität befand. Seit ihrem Geheimnisdiebstahl befindet sich Manning im Prozess einer Geschlechtsumwandlung.

Die Obama-Regierung gilt als äußerst hart, was die Verfolgung von Whistleblowern und Leakern betrifft – es sei denn, bei diesen handelt es sich um hochrangiges Personal wie den US-General David Petraeus. Dieser hatte seiner Geliebten Zugang zu geheimen Dokumenten gewahrt. (red, 30.12.2016)

  • Zahlreiche Netzaktivisten fordern eine Begnadigung von Manning und Snowden – eine Petition für Manning erhielt 115.000 Unterschriften
    foto: reuters/kopczynski

    Zahlreiche Netzaktivisten fordern eine Begnadigung von Manning und Snowden – eine Petition für Manning erhielt 115.000 Unterschriften

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