Wasserkrise in Damaskus: Gegenseitige Vorwürfe

    29. Dezember 2016, 13:46
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    Syriens Armee verstärkt Offensive gegen Rebellen bei Damaskus

    Amman – Im Wadi-Barada-Tal bei Damaskus läuft eine Offensive der syrischen Armee, um die Kontrolle über die Wasserversorgung der Hauptstadt wiederzuerlangen. Rebellen und Einwohner berichten von Luftangriffen.

    Das Tal liegt rund 18 Kilometer nordwestlich von Damaskus. Von dort stammt ein Großteil des Wassers, das in der Hauptstadt benötigt wird. Die syrische Armee hat den Rebellen vorgeworfen, die Quellen mit Dieseltreibstoff zu vergiften, um die Wasserversorgung der Hauptstadt lahmzulegen.

    Dem haben die Aufständischen widersprochen. Allerdings haben sie mehrmals in diesem Jahr den Wasserzufluss in die Hauptstadt unterbrochen, um Druck auf die Assad-Führung auszuüben. Zugleich haben die Rebellen es der Regierung aber erlaubt, Ingenieure in das von ihnen kontrollierte Gebiet zu schicken, um die Wasserversorgung aufrechtzuerhalten.

    Rebellen: Tank durch Luftangriff beschädigt

    Die Aufständischen werfen ihrerseits der Armee vor, die Wasserversorgung durch Luftangriffe lahmgelegt zu haben, und veröffentlichten Bilder der Schäden an der Pumpstation bei der Ein-al-Fija-Quelle und ein Video, das einen Luftangriff zeigen soll. Aus der Anlage kommen normalerweise 65 Prozent des Trinkwassers für Damaskus.

    Das verschmutzte Wasser läuft Angaben der Wasserwerke derzeit in den Barada-Fluss statt in die Leitungen, bis die Verunreinigung beseitigt ist.

    Es könnte bis zu zehn Tage dauern, bis das Wasser wieder sauber ist. Einstweilen wird die Bevölkerung der syrischen Hauptstadt aus Brunnen und mit Trinkwasser in Flaschen versorgt, das zu subventionierten Preisen abgegeben wird.

    (red, Reuters, 29.12.2016)

    • Bewässerungsanlagen am Barada-Fluss nahe der Grenze zum Libanon (Archivbild).
      foto: reuters/ khaled al-hariri

      Bewässerungsanlagen am Barada-Fluss nahe der Grenze zum Libanon (Archivbild).

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