Autobahn-Verkehr in Österreich hat 2016 deutlich zugenommen

29. Dezember 2016, 07:05
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Lkw plus 4,8 Prozent – Durch Verfolgbarkeit im Ausland haben Erlöse aus Verkehrsstrafen erheblich zugenommen

Wien – Der Verkehr auf Autobahnen und Schnellstraßen hat heuer deutlich zugenommen. Insgesamt stieg die Fahrleistung im höherrangigen Verkehr um 2,9 Prozent, wobei es bei Pkw ein Plus von 2,7 Prozent gab und der Schwerverkehr um 4,8 Prozent zulegte, geht aus vorläufigen Zahlen der Autobahnholding Asfinag hervor.

Am stärksten war der Zuwachs auf der Südstrecke (A2, S6, S35, S36) mit einem Plus von 3,8 Prozent, wobei es bei den Autos einen Anstieg von 3,6 und bei den Lkw von 5,6 Prozent gab. Den geringsten Zuwachs verzeichnete die Brennerstrecke mit 1,2 Prozent (Pkw 0,7 und Lkw 3,9 Prozent). Ein Sonderfall war der Arlberg-Korridor, der nach Ende der Sperre des Arlberg-Tunnels heuer ein Plus von 6,3 Prozent verzeichnete.

Zahlreiche Bauvorhaben

Zu den wesentlichen Bauvorhaben 2017 gehören der Weiterbau der A5 in Richtung Grenze und die Errichtung des Abschnittes West bei der Fürstenfelder Schnellstraße S7. Im Fokus der Sanierung steht die Südosttagende (A23).

Auf der Pyhrn Autobahn (A9) wird der zweiröhrige Tunnelausbau weiter vorangetrieben. Minimale Änderungen gibt es 2017 bei der Vignette: Sie verteuert sich um die Inflationsrate von 0,8 Prozent. Die Lkw-Maut wiederum legt mehr Wert auf den Schadstoffausstoß.

Mauterlöse leicht gestiegen

Die staatliche Asfinag geht heuer von Mauterlösen leicht über dem Vorjahresniveau von 1,9 Mrd. Euro aus, wovon 469 Mio. Euro aus der Vignette kommen. Der Schuldenstand soll heuer leicht auf 11,5 Mrd. Euro sinken. 2017 will die Asfinag 1,2 Mrd. Euro investieren, davon gehen 530 Mio. Euro in den Neubau. Die Asfinag ist aus dem Staatshaushalt ausgegliedert und finanziert den Ausbau und die Erhaltung der Autobahnen und Schnellstraßen fast ausschließlich aus den Mauteinnahmen.

Zusätzlich zur Maut bekommt die Asfinag auch noch 80 Prozent der Strafen, die von der Polizei im hochrangigen Straßennetz eingehoben wird. Heuer werden dies 73,5 Mio. Euro sein, nach 64,2 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Asfinag-Chef Klaus Schierhackl führt den Anstieg auf die nunmehr bessere Eintreibbarkeit der Strafen im Falle von Pkw- und Lkw-Fahrern aus dem Ausland zurück.

Maut soll "grüner" werden

Im kommenden Jahr wird die Lkw-Maut noch ein wenig "grüner". Wurde bisher schon neben der Achszahl auch die Emissionsklasse berücksichtigt, sollen künftig auch die externen Kosten wie Lärmbelastung und Luftverschmutzung einberechnet werden. "Das neue Lkw-Mautsystem macht die Maut transparenter und bringt mehr Kostenwahrheit", so Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) zu der Ökologisierung.

Basis für die Schadstoffaufschläge sei die EU-Wegekostenrichtlinie. Wobei die Infrastrukturmaut in die Kassen der staatlichen Autobahnholding Asfinag fließen, während die externen Kosten im Infrastrukturministerium landen. Insgesamt soll es durch die Maut Neu Mehreinnahmen von 40 bis 50 Mio. Euro im Jahr geben.

Neben dem Sockelbetrag pro gefahrenem Kilometer muss im hochrangigen Straßennetz ab 1.1.2017 auch ein Aufschlag für die verursachte Luftverschmutzung und Lärmbelästigung gezahlt werden. Je nach Emissionsklasse des Fahrzeugs sind die zusätzlichen Kosten unterschiedlich hoch. Zwischen den schmutzigsten Fahrzeugen der Klasse EURO 0-III und den saubersten Fahrzeugen der Klasse EURO-VI beträgt der Bemautungsunterschied etwa 20 Prozent. Ein zweiachsiger Laster der Klasse EURO-VI zahlt 17,80 Cent netto pro gefahrenem Kilometer, ein Lkw der Klassen 0-III 22,29 Cent pro Kilometer. Basis für die Schadstoffaufschläge ist die EU-Wegekostenrichtlinie. (APA, 29.12.2016)

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