Amerikas Superreiche profitierten von Trumps Sieg

29. Dezember 2016, 08:00
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Laut einer Erhebung von Bloomberg vermehrten sie in den Wochen nach dem Wahltag ihr Vermögen um 77 Milliarden Dollar

New York – Viele superreiche US-Amerikaner zeigten ihre Abneigung gegen Präsidentschaftskandidat Donald Trump deutlich, indem sie die Demokratin Hillary Clinton unterstützen. Umso ironischer mutet es an, dass mit wenigen Ausnahmen Amerikas Milliardäre vom Sieg ihres republikanischen Gegners gehaltvoll profitierten. Sie vermehrten laut einer Erhebung des Informationsdienstes Bloomberg in den Wochen nach dem Wahltag am 8. November ihr Vermögen um 77 Milliarden Dollar (73,9 Mrd. Euro) – genährt von der Hoffnung vieler Anleger, dass Trump sein Versprechen einhält, zum Wohl der US-Wirtschaft Regulierungen zu lockern.

Einer der Hauptgewinner war Warren Buffett, Hillary-Proponent und laut Bloomberg-Index zweitreichster Mann der Welt. Viele der Beteiligungen seines Investmentkonzerns Berkshire Hathaway schnellten nach Trumps Überraschungssieg in die Höhe. Mit Stichtag 27. Dezember hatte er mit 74,1 Milliarden Dollar 11,8 Milliarden mehr auf der hohen Kante als noch zu Jahresbeginn.

Fulminantes Jahresende

Dabei hatte sich das Jahr aus Investorensicht zunächst gar nicht vielversprechend entwickelt. Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China sowie das britische Votum für den Ausstieg aus der EU sorgten im Verlauf für hohe Wertverluste an den Börsen. Doch am Ende ist für die Vermögenden dieser Welt alles gut ausgegangen. Mit Stichtag 27. Dezember konnten die Top 100 des Bloomberg-Index 237 Milliarden Dollar mehr ihr Eigen nennen als Anfang 2016.

Der französische Luxusgüterunternehmer Bernard Arnault ist dabei der einzige Nichtamerikaner unter den fünf besten Vermögensvermehrern. Dank der Nachfrage in China nach Produkten des LVMH-Konzerns (Champagner, Cognac, Haute Couture) wuchs sein Vermögen um 7,1 Milliarden auf 38,9 Milliarden Dollar.

Einen anderen Europäer kostete der Trump-Sieg gar eine Rangabstufung im Bloomberg-Index: Zara-Gründer Amancio Ortega, reichster Mann des Alten Kontinents, hielt lange den zweiten Platz inne, bis ihn Buffett im November verdrängte. Der Spanier verlor heuer 1,7 Milliarden Dollar an Vermögen und ist mit 71,2 Milliarden Dollar nurmehr der Drittreichste auf diesem Globus. Unangefochtener Vermögenskrösus ist unverändert Microsoft-Gründer Bill Gates.

Russen holen wieder auf

Die meisten Vermögenden außerhalb der USA konnten aus Trumps Sieg nichts für sich herausschlagen. Sie mussten durch schwankende Rohstoffpreise und steigenden Dollarkurs (die Währung, die für das Bloomberg-Ranking genutzt wird) monetäre Federn lassen. Allen voran der zweitreichste Chinese Wang Jianlin. Der Chef der Wanda-Group und US-Kinokette AMC Entertainment ist um 5,8 Milliarden Dollar ärmer geworden, mit einem Vermögen von 30,6 Milliarden Dollar aber immerhin noch auf Platz 21 der Superreichen.

Russlands Milliardäre haben offenbar die Talsohle der Sanktionsverluste hinter sich. Nach Verlusten von insgesamt 63 Milliarden Dollar in den Jahren 2014 und 2015 konnten sie Bloomberg zufolge heuer wieder 49 Milliarden Dollar Vermögen zulegen. (red, 29.12.2016)

  • Die Wahl des Multimilliardärs Donald Trump zum US-Präsidenten brachte den Reichsten der Reichen  an der New Yorker Wall Street eine stattliche Vermögensvermehrung.
    foto: imago

    Die Wahl des Multimilliardärs Donald Trump zum US-Präsidenten brachte den Reichsten der Reichen an der New Yorker Wall Street eine stattliche Vermögensvermehrung.

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