Vaporware Awards 2016: Die Games, auf die wir immer noch warten

29. Dezember 2016, 11:00
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Das "Wired"-Magazin hat den Negativpreis für verspätete Spiele vergeben

Dass sich Spieleveröffentlichungen verspäten, scheint mittlerweile zur Gewohnheit geworden zu sein. In der Tat kann es Sinn für Entwickler und Fans machen, den Release eines Titels um ein paar Monate zu verzögern, um ein unterhaltsames Produkt ohne grobe technische Gebrechen präsentieren zu können.

Bei manchen Games erreichen Verzögerungen oder schlicht das Ausmaß an Informationsnot zwischen spärlichen Lebenszeichen jedoch ein ganz besonderes Niveau. Werke, die angekündigt werden, aber scheinbar nie fertig werden, tragen mittlerweile den Beinamen "Vaporware". Unumstrittener Rekordhalter ist dabei "Duke Nukem Forever". Das Actiongame wurde 1997 angekündigt und erschien nach einer turbulenten Entwicklungsgeschichte schließlich 2011.

Auch 2016 wurde vergeblich auf einige Spiele gewartet, die schon vor langem vorgestellt worden waren. "Wired" hat für sie nun Wartelisten-Negativpreise in Form der Vaporware Awards verliehen. Eine Auswahl.

wirspielen

Abgänge

Vorneweg zwei positive Erwähnungen. Im vergangenen Jahr haben es zwei Games auf den Markt geschafft, mit denen kaum noch jemand gerechnet hat. Da wären einerseits "Final Fantasy 15" (vormals als "Final Fantasy Versus 13" angekündigt) und insbesondere "Last Guardian". Und beide Spiele erhielten trotz mancher Schwäche ganz passables Feedback von Medien und Spielern.

Somewhere in system 4 ... - Thanks #ubisoft for making this possible !

Ein von Michel Ancel (@michelancel) gepostetes Foto am

Beyond Good und Evil 2

Auf der Verspätungsliste gelandet ist etwa "Beyond Good & Evil 2". Seit dem ersten Teaser 2008 sind mittlerweile rund acht Jahre vergangen. Laut Ubisoft ist das Fantasyabenteuer auch weiterhin in Arbeit. Letztes Lebenszeichen war eine Konzeptzeichnung, die im September veröffentlicht wurde.

nintendo

"Zelda: Breath of the Wild"

Anfang 2013 stellte Nintendo den nächsten Spross der "Zelda"-Reihe mit dem Untertitel "Breath of the Wild" vor. Eigentlich gedacht als Zugpferd für die Wii U, wurde das Spiel schließlich von 2015 auf 2016 und schließlich auf 2017 verschoben. Dazwischen stellte sich Nintendos noch aktuelle Konsole als Flop heraus, nun soll das Spiel (das trotzdem auch in einer Wii-U-Fassung kommt) der Nintendo Switch Anschub verleihen. Einen genauen Termin gibt es noch nicht, aber zumindest ist nun 2017 mit dem neuen Abenteuer von Link zu rechnen. Die Switch selbst soll im März in den Handel kommen.

xbox

Cuphead

Mit schöner alter Cartoon-Optik wurde der Plattformer "Cuphead" nach seiner Enthüllung 2014 schnell zu einem Star unter den Indie-Produktionen. Schon 2015 und 2016 konnte man es auf der Spielemesse E3 anspielen. Seitdem verschob sich der Release immer weiter nach hinten. Aktuell rechnet man mit Mitte 2017 – dass es wieder nur eine spielbare Demo auf der E3 gibt, ist aber nicht ausgeschlossen.

kotaku

Kingdom Hearts 3

"Das Warten hat ein Ende", verkündete Square Enix im Juni 2013, hatte das allerdings nicht auf die Entwicklung von "Kingdom Hearts 3" bezogen. Sondern lediglich auf die Bekanntgabe, dass man einen dritten Teil der Serie produziert. Besonders viele Neuigkeiten gab es in den vergangenen Jahren über das Action-Rollenspiel seither nicht zu lesen. Wann es denn nun erscheinen soll, bleibt weiter ein Geheimnis der Entwickler.

star citizen

Star Citizen

Dass "Wing Commander"-Schöpfer Chris Roberts ein sehr ambitioniertes Projekt umsetzen will, war schon klar, als anno 2012 die Kickstarter-Kampagne zu "Star Citizen" begonnen hatte. Dessen Fertigstellung hatte man damals mit November 2014 prognostiziert. Während das bescheidener dimensionierte und zu ähnlicher Zeit gestartete "Elite: Dangerous" längst fertig ist, haben Fans zu Roberts' Weltraumepos mittlerweile mehr als 130 Millionen Dollar beigetragen.

Der bisherige Lohn besteht aus verschiedenen Spielelementen und Weltraumabschnitten, die in den regelmäßig erscheinenden Alpha-Versionen zugänglich sind. Im Laufe der Entwicklung haben die Macher ihre Ansprüche an ihr Werk sogar nach oben geschraubt. Zuletzt hat man einen größeren technischen Wechsel vollzogen und ist (mutmaßlich aufgrund der Crytek-Turbulenzen) von der Cryengine auf Amazons Lumberyard-Engine umgestiegen. Es wäre falsch zu sagen, das Projekt hätte keine Perspektive. Es ist aber völlig unmöglich zu sagen, wann die erste finale Version von "Star Citizen" das Licht der Welt erblicken wird. (red, 05.01.2017)

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