2016: Das Jahr, als der Terror nach Europa zurückkehrte

29. Dezember 2016, 08:00
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Während Attentate im Westen nach der Jahrtausendwende abgenommen haben, stieg die Opferzahl seit 2015 wieder

Für Europäer wird 2016 als jenes Jahr in die Geschichte eingehen, in dem religiös motivierter Terror zum Alltag wurde – zumindest gefühlsmäßig. Als im französischen Nizza im Juli 2016 ein Mann mit einem Lastwagen in eine feiernde Menge raste, verstärkte sich der Eindruck, es könne jeden überall treffen.

Die Willkür der Anschläge verstellt aber den Blick darauf, dass das tatsächliche Risiko, in Europa oder in den USA bei einem Anschlag zu sterben, noch immer gering ist – und wesentlich kleiner als etwa im Irak, in Syrien, Pakistan oder Afghanistan. So entfielen laut Untersuchungen der US-Universität Maryland seit dem Jahr 2001 nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. 80 Prozent aller Opfer waren Muslime.

Während Attentate im Westen nach der Jahrtausendwende abgenommen haben, stieg die Opferzahl seit 2015 vor allem aufgrund der Anschläge in Paris und Nizza zuletzt wieder. In den USA gilt das Schussattentat in Orlando als der blutigste islamistisch motivierte Anschlag seit 9/11.

Die meisten Anschläge in der Türkei hingegen verüben kurdische Gruppierungen wie die PKK oder TAK: Mehr als 15 Anschläge, die auf das Konto kurdischer Extremisten gehen, zählte die Türkei 2016.

Anschläge in Europa im Jahr 2016:

Jänner

12. Jänner: Selbstmordanschlag zwischen Hagia Sophia und Blauer Moschee in Istanbul (islamistisch)

Februar

17. Februar: Autobombenanschlag gegen Militär in Ankara (TAK)

März

13. März: Bombenanschlag auf Bushaltestelle in Ankara (TAK)
19. März: Selbstmordanschlag in Istanbuler Einkaufsstraße
22. März: Selbstmordattentat auf den Flughafen von Brüssel mit Dutzenden Toten (islamistisch)

April/Mai

Juni

7. Juni: Autobombenanschlag auf Polizeibus in Istanbul
8. Juni: Bombenanschlag in Midyat (TAK)
13. Juni: Messerangriff auf Polizisten in Magnanville (islamistisch)
28. Juni: Schusswaffen- und Selbstmordanschlag auf Flughafen in Istanbul (islamistisch)

Juli

14. Juli: Anschlag in Nizza mit mehr als 85 Toten (islamistisch)
18. Juli: Axtangriff auf Passagiere einer Regionalbahn bei Würzburg (islamistisch)
24. Juli: Sprengstoffanschlag mit einer Rucksackbombe in Ansbach (islamistisch) – nur Attentäter kam ums Leben
26. Juli: Anschlag auf eine Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvry (bei Rouen), ein Priester wurde ermordet (islamistisch)

August

6. August: Machetenangriff auf Polizisten in Charleroi (islamistisch)
17. August: Autobombenanschlag auf Polizisten in Elazig
20. August: Selbstmordattentat auf kurdische Hochzeit in Gaziantep (vermutlich IS)
26. August: Autobombenanschlag auf Polizisten in Cizre (PKK)

September

12. September: Autobombenanschlag in Van (PKK)
26. September: Anschläge auf türkische Soldaten in der Südosttürkei (PKK)
27. September: Sprengstoffanschläge in Dresden gegen eine Moschee und ein Kongresszentrum

Oktober

5. Oktober: Messerangriff auf Polizisten in Brüssel
6. Oktober: Anschlag auf Polizeiwache in Istanbul (TAK)
9. Oktober: Sprengstoffattentat auf Polizeiposten in Hakkari (PKK)
11. Oktober: Schusswaffenattentat auf AKP-Politiker (PKK)
16. Oktober: IS-Selbstmordattentat in Gaziantep
23. Oktober: Sprengstoffanschlag auf Polizeifahrzeug in Bingöl (PKK)

November

4. November: Sprengstoffattentat auf in Diyarbakir
9. November: Handgranatenanschlag auf französische Botschaft in Athen
24. November: Autombombenanschlag in Adana (vermutlich PKK)

Dezember

10. Dezember: Bombenanschläge in Istanbul (TAK)
17. Dezember: Sprengstoffanschlag in Kayseri (vermutlich TAK oder PKK)
19. Dezember: Schussattentat auf russischen Botschafter in Ankara
19. Dezember: Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt (islamistisch)

(stb, giu, 29.12.2016)

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