Schuppen von über 7.000 getöteten Schuppentieren beschlagnahmt

28. Dezember 2016, 12:32
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Kadaverteile entsprechen chemisch gesehen unseren Fingernägeln, sind in der chinesischen Pseudomedizin aber dennoch begehrt

foto: apa/afp/str
Hier liegen die Überreste von etwa 7.500 toten Schuppentieren.

Shanghai – Der chinesische Zoll hat mehr als drei Tonnen Schuppen von Schuppentieren beschlagnahmt. Wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete, wurden die Schuppen in Shanghai in einem Container mit Holzwaren aus Nigeria entdeckt. Es war demnach der bisher größte derartige Fund, der Zoll nahm drei Verdächtige fest.

Für eine solche Masse von Schuppen müssen bis zu 7.500 dieser stark gefährdeten Säugetiere getötet worden sein. Schuppentiere sind mit den Raubtieren verwandt, sie leben nachtaktiv und ernähren sich von Insekten, die sie mit ihrer langen klebrigen Zunge aufnehmen. Bei Gefahr rollen sie sich zu einer Kugel zusammen und vertrauen auf ihren Schuppenpanzer – ein Verhalten, das es Wilderern besonders leicht macht: Sie brauchen die reglos verharrenden Tiere nur einzusammeln.

foto: apa/afp/hoang dinh nam
Vier Schuppentierarten leben in Afrika und sind gefährdet, vier weitere gibt es in Südostasien – und ihnen geht es noch schlechter.

Die acht Arten der Schuppentiere gelten als gefährdet bis vom Aussterben bedroht. Sie stehen auf der Liste des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES, das auch Peking unterzeichnet hat. Dennoch gelten sie als die am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt. Das Fleisch der Tiere wird in China und anderen asiatischen Ländern als Delikatesse angesehen.

Besonders bizarr ist, dass die traditionelle chinesische Pseudomedizin den Schuppen eine heilende Wirkung zuschreibt, obwohl sie nur aus Keratin bestehen. Die Schmuggler und ihre Hintermänner hätten sich also genauso gut die Fingernägel schneiden und diese über einen längeren Zeitraum sammeln können. Sie hätten daraus die gleichen "Wirkstoffe" gewonnen wie aus den Schuppen, die auf dem Schwarzmarkt für umgerechnet 688 Euro pro Kilogramm gehandelt werden. (APA, red, 28. 12. 2016)

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