Was sich 2017 in der heimischen Forschung tun wird

29. Dezember 2016, 17:20
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Welche Personalentscheidungen anstehen und warum die Biowissenschaften noch dynamischer werden

Wien – Eine der ersten Wahlentscheidungen, die 2017 in der heimischen Wissenschaft bekannt gegeben werden, betrifft die Vergangenheit: Der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten gibt am 9. Jänner den von seinen Mitgliedern gewählten "Wissenschafter des Jahres" bekannt und würdigt damit jene Person, die sich im Besonderen um die Wissenschaftsvermittlung verdient gemacht hat.

Wahlen an der ÖAW

Am gleichen Tag beginnen die Hearings für die Direktion des "Hauses der Geschichte Österreich", das ab Ende 2018 in der Neuen Burg die jüngere Geschichte präsentieren soll. Auch an der ÖAW und einigen Unis stehen wichtige Personalentscheidungen an. Die erste Amtszeit von Präsident Anton Zeilinger endet 2017, die Wahl der neuen Spitze erfolgt vermutlich im Frühjahr. Mit einem neuerlichen Antreten Zeilingers wird gerechnet. Rektorswahlen werden an der Boku in Wien und der Medizin-Uni Innsbruck abgehalten.

Forschungspolitisch wird 2017 ansonsten eher mehr geplant als umgesetzt werden: Die zusätzlichen Millionen für die Grundlagenforschung werden erst 2018 schlagend; 2017 soll außerdem die geplante OECD-Evaluierung des Innovationsstandortes Österreich beginnen.

Eröffnung des neuen IMP-Gebäudes

Am meisten tut sich in den nächsten zwölf Monaten in den Biowissenschaften, dem zurzeit wohl dynamischsten Forschungsfeld in Österreich. Anfang März wird das 50 Millionen Euro teure Gebäude des Forschungsinstituts für molekulare Pathologie (IMP) am Vienna Biocenter im dritten Wiener Gemeindebezirk offiziell eröffnet, im Oktober folgt eine wissenschaftliche Eröffnungskonferenz unter Beteiligung zahlreicher ehemaliger IMP-Forscher.

Am benachbarten Institut für Molekulare Biotechnologie (Imba) der ÖAW wird 2017 ein neues Zentrum für Stammzellforschung seinen Betrieb aufnehmen. Für den neuen Schwerpunkt wurde bereits Suche nach den Gruppenleitern gestartet, künftig sollen zwei bis drei Gruppen auf diesem Gebiet forschen. Ein Teil des Budgets dafür wurde Imba-Chef Josef Penninger zugesagt, damit er nicht nach Deutschland wechselt; das Gesamtbudget beträgt 27 Millionen Euro bis 2020, der Gutteil kommt vom Wisenschaftsministerium, ein Teil von der Stadt WIen und der kleinste vom Imba selbst.

Weitere Förderinitiativen

In der kürzlich vorgestellten "Life-Science-Strategie" des Wissenschaftsministeriums ist für das kommende Jahr neben Penningers neuem Schwerpunkt noch die Gründung eines "Translational Research Center" vorgesehen, um Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zu verwerten.

Im Rahmen der vom Infrastrukturministerium mit 80 Millionen Euro dotierten Förderinitiative "Silicon Austria" für Forschung im Bereich Elektronik und Mikroelektronik soll 2017 ein neues Forschungszentrum seine Arbeit aufnehmen. Seit Herbst wird das mit 50 Millionen Euro budgetierte Zentrum geplant und an der Definition der Forschungsthemen gearbeitet, der Standort soll im ersten Halbjahr fixiert werden. (red/APA, 29.12.2016)

  • Wird Anton Zeilinger ÖAW-Präsident bleiben?
    apa/hochhuth

    Wird Anton Zeilinger ÖAW-Präsident bleiben?

  • Das neue Institutsgebäude des IMP (hier im Bild) wird im März 2017 eröffnet. Das alte IMP-Gebäude bildete ab den späten 1980er-Jahren den Nukleus des Vienna Biocenter.
    atp/telegram 71

    Das neue Institutsgebäude des IMP (hier im Bild) wird im März 2017 eröffnet. Das alte IMP-Gebäude bildete ab den späten 1980er-Jahren den Nukleus des Vienna Biocenter.

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