"Girls", "Goliath" und "Game of Thrones": Serienfavoriten 2016

    Ansichtssache mit Video31. Dezember 2016, 08:00
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    Wien – 2016 gab uns reichhaltig: Sagenhafte 450 gescriptete TV-Shows warf alleine die US-Filmwirtschaft auf den Markt. Erste Erschöpfungstendenzen unter Zuschauern zeichnen sich ab, einmal mehr ändern sich die Fernsehgewohnheiten: Des Schemafernsehens längst entwöhnt, geht es jetzt darum, irgendwie den Überblick zu bewahren. Es bleibt aber nicht einfach, denn die Produktionswut ebbt auf absehbare Zeit nicht ab.

    Die STANDARD-Fernsehkritiker und -Bloggerinnen helfen bei der Auswahl und huldigen ihren persönlichen Serienfavoriten des Jahres 2016.

    Ja, und ganz wichtig: Wer absolut keine Hinweise auf Serieninhalte verträgt, ist mit dem Lesen hier auch schon fertig. Achtung, Spoiler!

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    "Preacher"
    Die für das Fernsehen von US-Brechstangenkomiker Seth Rogen entwickelte Serie basiert auf einer Comics-Reihe aus den 1990er-Jahren. Sie erzählt die Geschichte des US-Südstaatenpriesters Jesse Custer. In den fährt das Göttliche auf eine Art ein, die die Serie zu einem wüsten Mix aus Tarantino, Splatter, Horror, Western und Patchwork-Familienserie macht. Vampire, Serienmörder und diverse Engel mit Schnellschusswaffen und Motorsägen kommen auch vor. (schach)

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    "Girls" (Staffel 5)
    Weil es eine wunderbare Version von David Bowies "Life on Mars" am Ende der fünften Folge spielt. Aber auch weil Shoshanna in Japan so schön herzzerreißend scheitert. Und weil sich Adam und Jessa den schmerzvollsten Fernsehstreit des Jahres lieferten. Die tun sich richtig weh. Und dann noch, weil Hannah endlich wieder eine Geschichte erzählt – eine wahre, gute. (mka)

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    "House of Cards" (Staffel 4)
    Wie manchmal im echten Leben hat man sich auch bei "House of Cards" gewünscht, dass auf der Beziehungsebene jetzt endlich einmal was weitergeht. Das erfüllen Frank und Claire Underwood in der vierten Staffel des Politthrillers – und wie! Da geht’s richtig zur Sache, blutwiesentechnisch. Einziges Manko: Nach dieser US-Präsidentschaftswahl wirken alle politischen Monströsitäten in "House of Cards" ein bisschen kindergarten. (sefe)

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    "Bloodline" ( Staffel 2)
    So freundlich und so viel Dreck am Stecken. Kaum einer der schrecklich netten Familie Rayburn, der nicht Schuld auf sich geladen hätte. Großartig zu schauen: Der Sumpf, das Verbrechen, Sissy Spacek und ein Cliffhanger am Ende, der sich gewaschen hat. (prie)

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    "Mr. Robot" ( Staffel 2)
    Was macht ein Robin Hood der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts? Genau das Gleiche wie sein Vorbild aus dem 13. Jahrhundert: Er beklaut die Reichen. Doch statt mit Wegelagerei im Sherwood Forest macht das "Mr. Robot" zeitgemäß mit Hacking. Mysteriös, mit einer ordentlichen Prise Wahnsinn versetzt. Rami Malek und Christian Slater als die beiden Protagonisten – oder sind doch nur eine Person? Egal! – begeistern auch in der zweiten Staffel dieser düster-phantastischen Serie, die womöglich gar nicht so weit weg ist von der Realität. Große Vorfreude auf die dritte Staffel! (gian)

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    "Orange is the New Black" (Staffel 4)
    Ich hätte ja gar nicht mehr damit gerechnet, nach der langen, faden Durststrecke in Staffel 2 und 3, dass sich Gefängnisgeschichte "Orange is the New Black" noch einmal derrappelt. Und wie! Mit einem sensationellen Staffelfinale, das Erzählstränge endlich zu einem Ende bringt und in seiner Brutalität einen neuen Ton anschlägt. (rom)

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    "Game of Thrones" (Staffel 6)
    Besser gemetzelt wurde noch in keiner Serie: Die Folge "Battle of the Bastards" ist die blutreiche Krönung einer Staffel, die alles in den Schatten stellt. Auch wenn die Protagonisten aufgrund der vielen Handlungsstränge immer mehr in ihre Einzelteile zerlegt werden und dadurch verschwimmen, einer wird in Erinnerung bleiben: Hodor. Ewig! (omark)

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    "Bob, die Bahn"
    Man kann die lieben Kleinen gar nicht früh genug damit konfrontieren, was ihnen allerlei Medien noch an Unsinn vorsetzen werden. Also ist "Bob die Bahn" meine Serie des Jahres – vor allem die "Phonics"-Folge: Dummerweise sind Gegenstände auf Englisch und Deutsch nicht mit denselben Anfangsbuchstaben benannt. Entsprechend groß – und pädagogisch zweifelhaft – die Bild-Text-Schere in dieser Folge. Für ein paar Minuten Hirnferien im Erwachsenenalter aber perfekt. Trotzdem schade um die Serie des Jahres 2015: "Mascha und der Bär". (fid)

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    "Nurse Jackie"
    Kaum jemand kann den Mund so ausladend und lang anhaltend zu einem "Nnnooo" formen wie die super-herzliche, aber doch herbe Jungschwester Zoey Barkow (Merritt Wever). Außerdem bringen ihre charakterstarken Bunny-Kittel Leben in das lindgrüne Spitalstreiben. Wie gut, dass der ORF den rundum stimmungsaufhellenden Krankenhaus-Hit "Nurse Jackie" 2016 noch im Programm gehabt hat. (afze)

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    "Goliath"
    Seit "Monster's Ball" wissen es eh alle: Billy Bob Thornton ist wirklich ein verdammt cooler Schauspieler. Einen weiteren großen Auftritt hat er in der aktuellen Amazon-Serie "Goliath", wo er einen abgefuckten Anwalt mimt, der sich mit einem mächtigen US-Rüstungskonzern anlegt. Dabei begleiten ihn Mord und Todschlag, wie auch seine Ex-Frau, die ein Panscherl mit seiner Gegenspielerin hat. Das ist Stoff, aus dem Binge Watching gemacht wird. (sum)

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