30.000 Besucher über Facebook: Riesige Geburtstagsfeier in Mexiko endete tragisch

27. Dezember 2016, 16:21
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Vater einer 15-Jährigen lud über Facebook zur Feier – Tödlicher Unfall bei Pferderennen

Tausende Menschen haben in Mexiko eine auf Facebook angekündigte Geburtstagsfeier einer 15-Jährigen besucht. Das Fest am Montag (Ortszeit) im Bundesstaat San Luis Potosi wurde von einer Tragödie überschattet: Bei einem Pferderennen zum Abschluss wurden zwei Menschen von einem der Tiere überrannt. Ein Mann starb, eine Frau erlitt einen Beinbruch, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte.

Eine Million Zusagen

Die Jugendliche Rubi Ibarra Garcia war in Mexiko berühmt geworden, als sich ein Einladungsvideo ihres Vaters zur Geburtstagsfeier rasant im Internet verbreitete. Der Vater hatte die Einladung "an alle" bei Facebook hochgeladen. Gemeint waren eigentlich nur Freunde, Verwandte und Nachbarn. Mehr als eine Million Menschen kündigten dann allerdings an, zu der Feier zu kommen.

Der 15. Geburtstag eines Mädchens – die Quinceanera – ist in Lateinamerika von großer Bedeutung. Er markiert den Übergang vom Kind zur Frau. Zu den Feiern werden oft Hunderte Gäste eingeladen.

Im Fall von Rubi kamen Medienberichten zufolge bis zu 30.000 am Montag in den kleinen Ort La Joya, 400 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Rund 5.000 anfahrende Fahrzeuge bildeten eine bis zu zehn Kilometer lange Schlange.

Sponsoren gefunden

Rubi war durch Fernsehsendungen getingelt und hatte Interviews gegeben. Musiker, Politiker und Unternehmer bemühten sich um das Mädchen. Sponsoren übernahmen die Zubereitung des Festmahls, der Stardesigner Mitzy fertigte ein rosafarbenes Kleid für Rubi an. Das Tourismusministerium des Bundesstaats warb mit ihr für Reisen in die Region.

Die Presse berichtete im Minutentakt über den Verlauf der Feier. Es kamen auch Gäste aus den USA, Spanien und Deutschland, wie die Zeitung "Milenio" berichtete. Der Medienandrang war Rubi und ihrer Familie letztlich viel zu viel. "Ich möchte, dass ihr mich bitte in Ruhe lasst", flehte die 15-Jährige die Journalisten an. " (APA/dpa, 27.12.2016)

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