Italien soll Ukraine Geld nach Kunsraub gezahlt haben

27. Dezember 2016, 14:54
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Laut der rechtspopulistischen Oppositionspartei Lega Nord soll die Regierung in Rom der Ukraine eine Million Euro für die Rückführung gestohlener Gemälde gezahlt haben

Rom – Die italienische Regierung wird verdächtigt, eine Million Euro an die Ukraine für die Rückgabe von 17 in Italien gestohlenen Gemälden gezahlt zu haben. Die Bilder waren im November 2015 von Bewaffneten aus dem Museo di Castelvecchio in Verona geraubt worden.

Laut der rechtspopulistischen Oppositionspartei Lega Nord soll die Regierung in Rom der Ukraine eine Million Euro als "Notstandsbeitrag" zur Linderung der humanitären Folgen des Konflikts in der Ostukraine gezahlt haben. Mit diesem Beitrag sei die Rückkehr der Gemälde von Tintoretto, Carotto und Rubens bezahlt worden, die im Mai im südukrainischen Gebiet Odessa nahe der Grenze zur Republik Moldau wiedergefunden worden waren, behauptete die Lega Nord.

Kulturministerium dementiert

Für die Übergabe waren der italienische Kulturminister Dario Franceschini und der Bürgermeister von Verona, Flavio Tosi, vergangene Woche nach Kiew gereist. Das Kulturministerium in Rom dementierte entschieden, dass Italien Geld für die Rückgabe der Gemälde gezahlt habe. Die Rückgabe sei das Ergebnis einer langen diplomatischen Verhandlung, die auf offizieller Ebene erfolgt sei.

Veronas Bürgermeister Tosi hatte dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko kürzlich die Ehrenbürgerstadt der Gemeinde Verona verliehen. Tosi bestritt jedoch ebenfalls entschieden, dass Italien Geld an Poroschenko für die Rückkehr der Gemälde nach Italien gezahlt habe.

Bewaffnete und vermummte Männer waren im November 2015 in das Museum Castelvecchio in Verona eingedrungen, als nur eine Kassierin und ein Wächter im Gebäude waren. Im März 2016 nahmen Sicherheitskräfte in Italien und der Republik Moldau 13 Verdächtige fest. Moldau und die Ukraine verbindet eine gemeinsame Grenze. Bereits kurz nach der Tat waren Ermittler davon ausgegangen, dass es sich um Täter gehandelt haben könnte, die den Auftrag hatten, das Diebesgut nach Osteuropa zu bringen. (APA, 27.12.2016)

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