Bemannter Roboter macht erste stampfende Schritte

Ansichtssache27. Dezember 2016, 12:45
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Südkoreanischer Projektleiter: "Unser Roboter wurde gebaut, um in extrem gefährlichen Gegenden zu arbeiten"

foto: reuters/kim hong-ji

Seoul – Von "Mazinger Z" über "Gundam" bis zu "Neon Genesis Evangelion": Seit Jahrzehnten erfreut sich das Mecha-Genre im japanischen und südkoreanischen Fernsehen großer Beliebtheit. Seine Stars sind riesenhafte Roboter von menschenähnlicher Form, die von Piloten gelenkt werden. Im westlichen Kino wurde das Konzept unter anderem schon in "Pacific Rim", aber auch in den Exoskeletten, die in "Aliens" und "Avatar" zum Einsatz kamen, aufgegriffen.

foto: apa/afp/jung yeon-je

Ein wortwörtlicher Schritt zur Verwirklichung dieser Idee wurde nun in Südkorea gemacht: Als der vier Meter große und 1,5 Tonnen schwere Roboter "Method-2" am Dienstag einen Fuß vor den anderen setzte, bebte in der Versuchshalle der Boden. Rund 30 Ingenieure hatten hart an dem Projekt gearbeitet, das laut der Roboterfirma Hankook Mirae Technology eine Weltpremiere ist.

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Der Roboter kann entweder ferngesteuert werden oder es nimmt im Rumpf ein Pilot Platz, der die Glieder der Maschine steuert – allein ein Metallarm wiegt 130 Kilogramm. "Unser Roboter ist der weltweit erste bemannte zweifüßige Roboter und wurde gebaut, um in extrem gefährlichen Gegenden zu arbeiten, in die Menschen nicht gehen können", sagte der Chef von Hankook Mirae Technology, Yang Jin Ho.

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Yang investierte nach eigenen Angaben seit 2014 umgerechnet mehr als 190 Millionen Euro in das Projekt. Einer der Schöpfer des stark an "Avatar" erinnernden "Method-2" ist Vitali Bulgarow. Der Science-Fiction-Veteran arbeitete schon für Filmserien wie "Transformers", "Robocop" und "Terminator".

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Wo der neue Roboterriese wirklich einmal zum Einsatz kommen könnte, steht in den Sternen. Das Geschöpf, das an einem Stromkabel hängt, sei erst ein Jahr alt, sagte Yang. "Er macht also Babyschritte." Wie alle Menschen brauche auch "Method-2" ein paar Jahre, bevor er sich frei bewegen werde. Doch hat sich Yang schon zum Ziel gesetzt, den Roboter Ende 2017 zum Verkauf anzubieten – für umgerechnet fast acht Millionen Euro. (APA, red, 27. 12. 2016)

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  • Der 1975 "geborene" Goldorak bzw. Grendizer ist einer der fiktiven Urahnen des neuen südkoreanischen Roboters.
    foto: apa/epa/christian brun

    Der 1975 "geborene" Goldorak bzw. Grendizer ist einer der fiktiven Urahnen des neuen südkoreanischen Roboters.

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