Starker Kostenanstieg durch Antiterrormaßnahmen in Italien

27. Dezember 2016, 11:29
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1.800 Sicherheitskräfte zusätzlich im Einsatz – Rom rechnet mit Mehrausgaben von 100 Mio. Euro im Monat

Rom/Berlin – Die verschärften Antiterrormaßnahmen nach dem Anschlag in Berlin kommen die italienischen Staatskasse teuer zu stehen. 1.800 Sicherheitskräfte und 400 Autos sind täglich zusätzlich im Einsatz, um strengste Antiterrorkontrollen zu garantieren. Das koste zusätzlich 100 Millionen Euro pro Monat, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Dienstag.

Scharfe Sicherheitsvorkehrungen werden auch zum Schutz der Sicherheitskräfte ergriffen. Diese könnten Opfer von Racheaktionen werden, nachdem ein italienischer Polizist am Freitag nahe Mailand den mutmaßlichen Berlin-Attentäter, Anis Amri, erschossen hatte. "Erstmals ist ein fundamentalistischer Terrorist in Italien getötet worden. Sicherheitskräfte könnten zum Ziel werden. Wir müssen besonders aufmerksam sein und alle möglichen Vorbeugungsmaßnahmen ergreifen", betonte der hohe Polizeifunktionär Maurizio Vallone.

Schutz hochgefahren

Nach dem Attentat von Berlin hat die Polizei vor allem in Rom die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Weihnachtsfeiertage erhöht. Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, die größten Basiliken der Ewigen Stadt, die U-Bahn-Zugänge und die Sitze wichtiger Institutionen sollen über die ganzen Feiertage strengstens kontrolliert werden, teilte das Innenministerium mit.

Besonderes Augenmerk gelte besucherstarken Veranstaltungen und Gottesdiensten, aber auch touristischen Sehenswürdigkeiten und Einkaufszentren, hieß es. Rund um den Vatikan blieben jene Maßnahmen in Kraft, die seit Beginn des Heiligen Jahrs im Dezember 2015 gelten. Dazu zählen bewegliche Absperrgitter an den Zufahrtsstraßen zum Petersplatz sowie Polizei- und Militärposten.

Sorgen und Sponsorenmangel

Aus Sorge vor Anschlägen und wegen eines Sponsorenmangels muss Rom auch auf das traditionelle Silvesterkonzert auf dem Circus Maximus mit mehreren Künstlern verzichten. Erstmals seit 20 Jahren gibt es somit in Rom kein großes Silvesterevent. Damit zog sich die ohnehin umstrittene römische Bürgermeisterin Virginia Raggi viel Kritik zu. (APA, 27.12.2016)

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