"Reporter ohne Grenzen": Türkische Journalisten leben in Klima der Angst

    27. Dezember 2016, 10:27
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    Organisation sieht "von Monat zu Monat" Verschärfungen – Aber weiterhin "kleine Inseln der Pressefreiheit"

    Berlin – Die Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) erkennt unter den Journalisten in der Türkei ein Klima der Angst, das sich "von Monat zu Monat verschärft". Es gebe aber auch weiter "kleine Inseln der Pressefreiheit", sagte der deutsche ROG-Geschäftsführer Christian Mihr in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

    "Journalisten überlegen, mit wem treffe ich mich, wann telefoniere ich oder sagen dem Taxifahrer nicht, wo genau man hin will, sondern man steigt an einer Straßenecke aus", argumentierte Mihr.

    "Cumhuriyet" als Leuchtturm

    Trotz Repressionen gebe es auch weiter "kleine Inseln der Pressefreiheit". Das gelte etwa für Zeitungen wie "Cumhuriyet" – auch wenn dort viele Journalisten verhaftet worden seien. "Es gibt Plattformen im Internet und neue Projekte, die versuchen, unabhängigen Journalismus zu machen", sagte Mihr.

    Dennoch sieht Mihr kurzfristig keine Chance auf eine positive Veränderung. "Aber es sind natürlich nicht die ersten Repressionen, die wir in der Türkei erleben", erklärte Mihr. "Da gab es immer Rückwärts- und Vorwärtsbewegungen. Wenn man das als historisches Muster nimmt, kann man davon ausgehen, dass es auch wieder besser wird." (APA, 27.12.2016)

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