Geparde sind noch viel bedrohter als angenommen

27. Dezember 2016, 05:30
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Nur noch knapp 7.100 Tiere leben auf neun Prozent ihrer ursprünglichen Verbreitungsfläche

London – Der Gepard (Acinonyx jubatus) ist vermutlich wesentlich stärker vom Aussterben bedroht als bisher angenommen. Nur noch knapp 7.100 der Tiere lebten auf gerade einmal neun Prozent der ursprünglichen Verbreitungsfläche, berichten Forscher aktuell im Fachblatt "PNAS".

Die Wissenschafter plädieren dafür, den Gefährdungsstatus von Geparden auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) von "gefährdet" auf "stark gefährdet" hochzusetzen. Der Großteil der Raubkatzen ist in Afrika heimisch: Noch etwa 7.000 Geparde streifen der Analyse zufolge vor allem südlich der Sahara durch Savannen und Steppen. In Asien – genauer im Iran – seien es weniger als 50 Tiere der Unterart Acinonyx jubatus venaticus.

Zu wenig Schutzzonen

Typisch für Geparde ist das goldgelbe Fell mit schwarzer Fleckzeichnung sowie der schmale, hochbeinige Körperbau, der an Windhunde erinnert. Obwohl die Tiere eine Kopf-Rumpf-Länge von 150 Zentimetern plus 70 Zentimeter Schwanz erreichen können und ihre Schulterhöhe 80 Zentimeter betragen kann, bringen es die Raubtiere nur auf ein Gewicht von etwa 60 Kilogramm.

Der für Katzen einzigartige Körperbau ermöglicht Geparden, bei der Jagd eine Geschwindigkeit von etwa 90 km/h zu erreichen – was sie zu den schnellsten Landtieren der Welt macht. Ihre Lebensräume in Afrika sind weitreichend, zerstreut – und in vielen Fällen nicht besonders geschützt: Nur 23 Prozent der Lebensräume befinden sich in Schutzgebieten, wie die Wissenschafter um Sarah Durant von der Zoologischen Gesellschaft von London berichten.

Die besonders überwachten Schutzzonen seien unzureichend, um die derzeit 33 Populationen vor dem Aussterben zu bewahren, heißt es in der Studie. Zudem werde bisher nur aus den Beständen der Schutzzonen auf die künftige Entwicklung der weltweiten Gepardpopulationen geschlossen – die Prognosen seien viel zu optimistisch.

Schlechte Prognosen

Die außerhalb der Schutzgebiete lebenden Tiere seien wesentlich stärker bedroht, vor allem infolge von Konflikten mit dem Menschen, Beuteknappheit durch Überjagung, Fragmentierung und Zerstörung der Lebensräume sowie illegalem Tierhandel.

In ihrer Untersuchung führten die Forscher verschiedene Modellrechnungen durch, um die Entwicklung der Gepardpopulationen unter verschiedenen Voraussetzungen vorherzusagen. Insgesamt zeigte sich, dass sich die Bestände in den Schutzzonen in den kommenden Jahren unrealistisch stark vergrößern müssten, um die schrumpfenden Populationen außerhalb der Schutzgebiete auszugleichen.

Deswegen endet die Studie mit einem Plädoyer für die Entwicklung eines Gesamtkonzepts für eben jene schrumpfenden Populationen, das eine Koexistenz von Mensch und Tier ermögliche. Ohne entsprechende Maßnahmen, so das Fazit der Forscher, sei nicht nur das Fortbestehen von Geparden, sondern auch anderer bedrohter und ähnlich weiträumig lebender Arten zweifelhaft. (APA, 27. 12. 2016)

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