Gericht in Malta klagte libysche Flugzeugentführer an

25. Dezember 2016, 14:42
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Männer bekannten sich in Valletta nicht schuldig

Valletta/Tripolis – Ein Gericht auf Malta hat die beiden Entführer eines libyschen Passagierflugzeuges angeklagt. Den Libyern wird unter anderem Entführung, Gewaltanwendung an Bord eines Flugzeuges sowie Freiheitsberaubung vorgeworfen. Die Männer bekannten sich am Sonntag in Valletta nicht schuldig. Im Falle einer Verurteilung wegen Entführung droht ihnen eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Entführer hatten am Freitag einen Airbus der staatlichen libyschen Fluglinie Afriqiyah-Airways auf einem Inlandsflug auf die Mittelmeerinsel Malta entführt. Sie stellten keinerlei Forderungen. Nach viereinhalb Stunden ließen sie dann die 111 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder frei.

Kein Auslieferungsersuchen Libyens

Die Entführer hätten sich bisher nicht zur ihren Motiven geäußert, berichtete die "Times of Malta" unter Berufung auf Polizeikreise. Bisher gebe es auch kein Auslieferungsersuchen Libyens. Die beiden Männer hätten kein politisches Asyl in Malta beantragt.

Es deute alles darauf hin, dass die Entführer den ehemaligen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi unterstützten. Einer der Männer hatte in der Flugzeugtür die alte grüne libysche Staatsflagge geschwenkt, die nach dem Sturz und dem Tod Gaddafis 2011 abgeschafft worden war. (APA, 25.12.2016)

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