Kein Robert, aber ein Kia – der Niro

27. Dezember 2016, 09:45
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Großes Kino im kleinen Auto: Nun kombiniert auch Kia Verbrennungsmotor mit Elektroantrieb im kompakten Format. Der Niro ist ein praktischer, gefälliger SUV, der mit hoher Verarbeitungsqualität überzeugt. Der Name ist allerdings eine Vorgabe

Wien – Da hat sich Kia was von Toyota abgeschaut – und das gut umgesetzt. Der Niro ist ein kompakter SUV, eindeutig für die Straße gedacht, aber mit dem optischen Gehabe eines Geländewagens, und er kombiniert einen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb. Kein elitäres Getue, nicht schick, aber praktisch, nicht elegant, dafür auch nicht teuer.

foto: andreas stockinger
Ein weiteres Crossover-Konzept, das optisch auf die Bewältigung von freiem Gelände setzt. Im Kia Niro werden Benzin und Elektro kombiniert, das Auto ist praktisch und angenehm aufgeräumt.

Die Latte liegt bei den Hybridmodellen, die Toyota seit vielen Jahren anbietet, beim Auris oder dem Prius, und diese Latte hat Kia mit dem kleinen Hybriden im ersten Anlauf locker genommen. Ein Plug-in-Hybrid, also einer, der auch an der Steckdose zu laden ist, kommt im nächsten Jahr auf den Markt. Die Architektur des Niro wurde gemeinsam mit der des Hyundai Ioniq erarbeitet.

Hybrid-Antrieb

Insgesamt ist alles klein gehalten. Der Wagen ist übersichtlich, das gilt auch für die Motorisierung. Die verbrennungsmotorische Komponente ist ein 1,6-Liter-Benziner, der 105 PS leistet, dazu taucht dann noch ein 44-PS-Elektromotor an, der vor allem beim Anfahren des Wagens zum Einsatz kommt. Kombiniert ist das mit einer Lithium-Ionen-Polymer-Batterie und einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.

foto: andreas stockinger

Damit fährt sich der kleine Kia erstaunlich flott, er ist handlich im Betrieb, der technische Aufwand, der hinter dem Hybridantrieb steckt, bleibt unauffällig im Hintergrund: Das System funktioniert reibungslos, es gibt kein Rucken und kein Zucken, lediglich bei forcierter Fahrweise spürt man die Schaltvorgänge.

Lenkung und Fahrwerksabstimmung sind straff, bleiben aber im komfortablen Bereich. Kurven lassen sich auch sportlich nehmen, schlechte Straßen geben ihre Befindlichkeit allerdings recht ungeschminkt weiter.

Klug verteilt

Für Kia-Kenner ist es eine Selbstverständlichkeit, jene aber, die sich der koreanischen Marke mit Skepsis nähern, werden überrascht sein, wie solide der Niro dasteht: Ein gutes Auto, ein gefälliges Äußeres, einladend und praktisch im Inneren, schön verarbeitet, klug verteilt, viel Platz, kein unnötiger Protz. Lediglich das Klingeln und Fiepsen, mit dem im Auto willkommen geheißen und verabschiedet wird, kann einem auf die Nerven gehen, da wäre ein dezenteres Auftreten wünschenswert. Aber wer gerne mit seinem Auto kommuniziert, wird sich hier bald heimelig fühlen.

foto: andreas stockinger

Dazu kommen ein paar elektronische Hilfsmittel, wie sie serienmäßig vorwiegend in der Oberklasse verbreitet sind: Ein Totwinkelassistent und ein Querverkehrsassistent warnen vor feindlicher Kontaktaufnahme. Es gibt ein autonomes Notbremssystem und einen adaptiven Tempomaten.

Karg bis üppig

Vier Ausstattungsvarianten sind verfügbar, von eher karg bis recht üppig, das beginnt bei etwa 26.000 Euro, die Vollausstattung mit Leder und allem kostet etwa 10.000 Euro mehr. Insgesamt ein sehr fairer Preis für ein gutes Auto mit Mehrwert. (Michael Völker, 27.12.2016)

foto: andreas stockinger

Nachlese:

Hybride: Im Wendekreis der Sparsamkeit

Toyota Prius: Der Millionär unter den Ökotypen

Hyundai Ioniq, Kia Niro: Hand am Strome

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Kia

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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