Gewaltvideo: 15-Jährige gegen gelindere Mittel enthaftet

    23. Dezember 2016, 13:58
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    Jugendliche muss Schule besuchen, bei Eltern einer Freundin wohnen und mit Bewährungshelfer zusammenarbeiten – Erster Prozess Ende Jänner

    Wien – Das 15 Jahre alte Mädchen, das am 9. November bei einer Prügelattacke in Wien-Donaustadt auf eine Gleichaltrige losgegangen war, ist am Freitag vom Landesgericht für Strafsachen auf freien Fuß gesetzt worden. "Die U-Haft wurde gegen gelindere Mittel aufgehoben", teilte Gerichtssprecherin Christina Salzborn mit.

    Das Mädchen musste mehreren Auflagen zustimmen, an die der zuständige Richter die Enthaftung knüpfte. Ihr wurde die Weisung erteilt, die Schule zu besuchen und mit ihrem Bewährungshelfer zusammenzuarbeiten. Außerdem muss sie bei den Eltern einer Freundin wohnen, die sich mit dieser Maßnahme ebenso einverstanden erklärten wie die leibliche Mutter.

    21-Jähriger noch in U-Haft

    Über einen 21-Jährigen, der dem Opfer mit einem Faustschlag einen Kieferbruch zugefügt haben soll, wurde hingegen die U-Haft um zwei Monate verlängert. Ausschlaggebend waren erhebliche Vorstrafen des Mannes. Bei ihm wird weiterhin von Tatbegehungsgefahr ausgegangen.

    Die Tat hatte für enormes Aufsehen gesorgt. Sie wurde mit einem Smartphone aufgezeichnet und ins Internet gestellt. Das Video verbreitete sich in rasender Geschwindigkeit über die sozialen Netzwerke.

    Weitere Vorwürfe

    Die Hauptverdächtige soll bereits am 3. November eine ähnliche Tat begangen haben. In einem Jugendzentrum im Bezirk Tulln wurde ein Mädchen niedergeschlagen und mit dem Umbringen bedroht, ein Sozialarbeiter verständigte die Polizei. Außerdem wird sie mit einem Gewaltakt in Wien-Floridsdorf in Verbindung gebracht. Auf einem Spielplatz soll sie dort am 10. November mit mehreren Mittätern eine 14-Jährige verprügelt und auch davon ein Gewaltvideo angefertigt haben.

    Ein erster Prozess gegen die 15-Jährige findet bereits am 26. Jänner statt. Gegenstand dieser Verhandlung sind Einbrüche, Diebstähle und Urkundendelikte. (APA, 23.12.2016)

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