Keine Belege für geplante russische Cyberangriffe auf deutsche Wahl

23. Dezember 2016, 12:56
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Täglich gibt es 400 Angriffe auf Regierungsnetze in Deutschland

Die Meldung sorgte für zahlreiche Schlagzeilen: "Der russische Geheimdienst und Hacker wollen die Bundestagswahlen 2017 in Deutschland stören." In der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage kann das deutsche Innenministerium allerdings keine handfesten Beweise nennen, die entsprechende Planungen belegen.

Das "Ministerium bezeichnet die angeblichen Cyberangriffe auf die Bundestagswahl lediglich als Annahme", sagt Andrej Hunko von der Partei Die Linke, der auch die Anfrage einbrachte. Als einzigen Beleg führe das Innenministerium Untersuchungen an, die einen Hackerangriff vom Sommer dieses Jahres auf Server der Demokraten in den USA nachweisen sollen.

Über 400 Angriffe auf Regierungsnetze

Aus der Beantwortung geht auch hervor, dass es in der ersten Jahreshälfte dieses Jahres "allein über 400 Angriffe auf Regierungsnetze pro Tag" gab, die mit kommerziellen Schutzprodukten nicht erkannt wurden. Hierunter fallen täglich etwa 20 Angriffe, die nur durch manuelle Analysen erkannt werden konnten. Durchschnittlich einer dieser Angriffe pro Woche hatte wohl einen nachrichtendienstlichen Hintergrund. (sum, 23.12.2016)

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