Karin Slaughter: Destruktive Verbindung

24. Dezember 2016, 14:00
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Interessanter als das Whodunit in "Blutige Fesseln" ist die Schilderung einer destruktiven Verbindung

In früheren Bänden Karin Slaughters ist Will Trent, Ermittler aus Atlanta, schon ausführlich vorgestellt worden. Diesmal entwickelt sich ein Mordfall zu seiner persönlichen Hölle. Als ein korrupter Cop ermordet aufgefunden wird, gibt es verwirrende Spuren. Es müssen mehrere Personen am Tatort gewesen sein, und eine davon ist Angie, Wills Immer-noch-Frau.

Will und Angie sind beide Waisenkinder. Frühe Gewalterfahrungen und Missbrauch haben sie zusammengeschweißt. Aber Angie hat sich auf die dunkle Seite der Macht begeben. Trent ist genötigt, Beweise gegen sie zu sammeln.

Interessanter als das Whodunit ist die Schilderung einer destruktiven Verbindung. Angie gerät in Rage, als Will sich einer anderen Frau zuwendet. Bisher konnte sie davon ausgehen, dass sie, egal wie sehr sie Will quält, immer wieder zu ihm zurückkommen kann. Diese Gewissheit gerät ins Wanken.

Das Spannende: Wird es Will es schaffen, sich auch innerlich von Angie zu lösen? Der Krimi funktioniert auch, wenn man die Serie nicht kennt. (Ingeborg Sperl, Album, 24.12.2016)

  • Karin Slaughter, "Blutige  Fesseln". Deutsch: Fred Kinzel. € 22,70 / 551 Seiten. Harper Collins, Hamburg 2016
    cover: harper collins

    Karin Slaughter, "Blutige Fesseln". Deutsch: Fred Kinzel. € 22,70 / 551 Seiten. Harper Collins, Hamburg 2016

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