Bifie bekommt neben neuer Leitung auch neue Struktur

23. Dezember 2016, 13:07
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Das Bildungsforschungsinstitut wurde verkleinert und soll sich auf angewandte Bildungsforschung konzentrieren. Neue Leiterin wird Claudia Schreiner

Wien – Mit der Bestellung von Claudia Schreiner als Direktorin geht für das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) eine Phase der Umstrukturierung zu Ende. Erste Kritik an der Führung des Bifie wurde 2014 laut. Damals sollen im Rahmen der "informellen Kompetenzmessung", mit der sich die Schulen auf die Bildungsstandarderhebung vorbereiten konnten, Daten geleakt worden sein. Rund 40.000 Schülerinnen und Schüler der dritten Volksschulklassen waren betroffen. Das Bildungsministerium stoppte daraufhin sämtliche zentralen Schülertests, von den Bildungsstandards bis zur Pisa-Studie.

Dazu kamen Pannen bei der Generalprobe der Zentralmatura im selben Jahr – so wurde etwa bei der Beurteilung der Fremdsprachen der Notenschlüssel kurzfristig nach oben korrigiert, für die Mathematikmatura fehlten an einigen Schulen die Angaben, und für die Deutschmatura wurde ein umstrittener Text verwendet. Für die damalige Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) waren das genug Gründe, um die Verträge der Bifie-Direktoren Martin Netzer und Christian Wiesner vorzeitig aufzulösen und einen Reformprozess in Gang zu bringen.

Konzentration auf Kernaufgaben

Das Bifie wird ab 1. Jänner kleiner, bestehen bleibt lediglich der Standort in Salzburg. Dieser soll sich auf die Schwerpunkte internationale Assessments und angewandte Bildungsforschung konzentrieren. So soll das Institut wie bisher die Überprüfung der Bildungsstandards und die internationalen Vergleichsstudien wie Pisa, Pirls und Timss abwickeln.

Der Wiener Standort – dort wurde bisher die Zentralmatura abgewickelt – wird aufgelöst. Die Agenden der Zentralmatura übersiedelten ins Bildungsministerium. Statt der bisherigen Doppelleitung wird ab 1. Jänner Bildungsforscherin Claudia Schreiner, die das Institut gemeinsam mit Jürgen Horschinegg bisher interimsmäßig geleitet hat, alleinige Direktorin.

Schreiner schloss an der Universität Wien ein Lehramtsstudium der Mathematik und Philosophie/Pädagogik/Psychologie ab und promovierte ebendort in den Erziehungswissenschaften mit einem Schwerpunkt auf empirischer Forschung. Anschließend war sie am Pisa-Zentrum in Salzburg tätig, aus dem später das Bifie hervorging. Für Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) verkörpert Schreiner "als Pädagogin und Bildungsexpertin den Brückenschlag zwischen Forschung und schulischer Praxis", hieß es in einer Aussendung. (red, 23.12.2016)

  • Die Überprüfung der Bildungsstandards bleibt Aufgabe des Bifie.
    foto: christian fischer

    Die Überprüfung der Bildungsstandards bleibt Aufgabe des Bifie.

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