Impfstoff für 300.000 Kinder in Guinea-Bissau verschwunden

23. Dezember 2016, 09:47
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In dem westafrikanischen Land musste nun eine geplante und schon mehrmals verschobene Impfkampagen abgesagt werden. Polizei und Justiz ermitteln

Im westafrikanischen Guinea-Bissau sind von der UNO zur Verfügung gestellte Impfstoffe für 300.000 Kinder verschwunden. Das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Bissau gab den Vorfall, der sich bereits am Dienstag ereignete, am Donnerstag bekannt – einen Tag, bevor eine mehrfach verschobene Impfkampagne beginnen sollte. Polizei und Justiz leiteten demnach Ermittlungen ein.

Die Impfstoffe für Babys und Kinder im Alter bis zu fünf Jahren waren den Angaben zufolge eine Spende des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF) im Wert von 120.000 Euro. Laut Gesundheitsministerium enthalten sie Vitamin A zur Verstärkung der Nahrungsmittelzufuhr und ein Mittel gegen Parasiten. Aufbewahrt wurden die Impfstoffe in einem Lagerraum des Ministeriums.

Am Freitag sollten die auf drei Wochen angelegten Impfungen in Guinea-Bissau beginnen. Jetzt würden "alternative Lösungen" erwogen, erklärte das Ministerium, ohne Einzelheiten zu nennen.

Im Juli waren in Guinea-Bissau während einer Kampagne gegen Malaria tausende Moskitonetze abhanden gekommen. Die Polizei fand sie später in einem Geschäft in Bissau. (APA, 23.12.2016)

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