Terroranschlag in Berlin: Man muss Fragen stellen

Kommentar22. Dezember 2016, 17:57
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Mögliche Pannen unter den Teppich zu kehren wäre fatal

Im Nachhinein ist das Ganze natürlich ein völliger Irrsinn, ein totales Versagen von Politik und Sicherheitsbehörden, und der schreckliche Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz hätte leicht verhindert werden können – wenn, ja wenn alle so klug gewesen wären, wie viele jetzt zu sein glauben. Anis Amri, jener Asylbewerber aus Tunesien, der auf der Flucht ist und verdächtigt wird, den Lkw gefahren zu haben, saß in Deutschland sogar schon in Haft. Bitte, warum haben sie ihn dort nicht behalten? So fragt der Volkszorn.

Es sind nachvollziehbare Fragen, die Menschen in Deutschland sind wütend und entsetzt, dass nun auch bei ihnen Unschuldige auf diese Weise ums Leben kamen. Doch es sind Fragen, auf die es womöglich keine schnellen oder einfachen Antworten geben wird.

Haben die Italiener ihre Informationen nicht korrekt weitergegeben – dass der Asylantrag des Verdächtigen schon abgelehnt worden war? Oder hat es jemand in Deutschland übersehen? Warum kannte man die Vorgeschichte von Anis Amri dort nicht? Haben es sich Richter, Staatsanwälte und die Ausländerbehörde zu einfach gemacht?

Man muss diese Fragen stellen und jedes einzelne Rädchen, das sich gedreht hat, prüfen. Mögliche Pannen unter den Teppich zu kehren wäre fatal. Aber das braucht – leider – ein wenig Zeit. Und bis Klarheit herrscht, wären weniger aufgeregte Forderungen auch eine Möglichkeit. (Birgit Baumann, 22.12.2016)

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