Flughunde werden im Streit stets persönlich

23. Dezember 2016, 11:50
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Die Tiere leben in Kolonien, die tausende Mitglieder umfassen können: Forscher analysierten, woraus sich der Lärm zusammensetzt

foto: reuters/baz ratner
Mit 60 Zentimetern Flügelspannweite ist der Nilflughund ein eher kleiner Vertreter seiner Familie – die europäischen Fledermausarten übertrifft er aber locker.

Tel Aviv – Flughunde sind die größeren Verwandten der Fledermäuse und leben wie diese in teils riesigen Kolonien. Laut einer aktuellen Studie in "Scientific Reports" geht aber trotz des Getümmels die persönliche Note nicht verloren.

foto: michal samuni-blank
Flughunde sind hoch soziale Tiere – und auch etwas zänkisch.

Israelische Forscher werteten den Lärm in einer Kolonie von Nilflughunden (Rousettus aegyptiacus) aus, der einzigen Flughundart, deren Verbreitungsgebiet aus dem arabischen Raum bis in den äußersten Südosten Europas reicht. Etwa 15.000 Vokalisierungen von 22 Flughunden wurden dabei im Verlauf von 75 Tagen aufgezeichnet.

foto: jens rydell
Eine Flughundkolonie scheint ein einziges unübersichtliches, lärmendes Getümmel zu sein – doch israelische Forscher haben Muster im Chaos gefunden.

Bei der Auswertung stellten die Forscher fest, dass sich der Geräuschpegel in einer Kolonie in unzählige individuelle "Streitgespräche" auflöst, die sich um Futter oder den kuscheligsten Schlafplatz drehen. Sie interpretieren ihre Daten so, dass die meist in einem aggressiven Kontext ausgestoßenen Rufe der Tiere eine doppelt individuelle Note haben: Sie enthalten Informationen über den Rufer selbst und wenden sich zugleich jeweils an ein konkretes Gegenüber. (jdo, 23. 12. 2016)

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