Nintendo Switch: Nur 40 Prozent Grafikleistung ohne Dock

    22. Dezember 2016, 12:21
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    Im portablen Modus müssen Games mit erheblich weniger Leistung auskommen

    In drei Monaten wird Nintendo mit der Switch eine neue Konsole auf den Markt bringen. Das Gerät soll mit Vielseitigkeit punkten und lässt sich sowohl als "Gamingtablet", als auch über ein Dock als Wohnzimmer-Unterhalter verwenden.

    Für Entwickler dürfte diese Wandlungsfähigkeit jedoch zu einer Herausforderung werden, berichtet Eurogamer. Basierend auf bisher bekannten Spezifikationen und Leaks hat man eine ausführliche Analyse erstellt. Aus dieser geht unter anderem hervor, dass der Switch im portablen Modus standardmäßig deutlich weniger Leistungsressourcen zur Verfügung stehen.

    Sitzt die Switch in ihrem Dock, verfügt sie dort über externe Stromversorgung und kann ihr Potenzial ausschöpfen. Ist sie "on-the-go" gilt es jedoch, eine Balance zwischen Performance und Energieverbrauch zu finden, damit das mobile Spielvergnügen nicht schon nach kurzer Zeit vorüber ist.

    Volle Power im Dock

    Die Hardware basiert auf Nvidias Tegra X1-Chip, der etwa auch in der Shield-Konsole zu finden ist. Allerdings soll Nintendo eigene Anpassungen vorgenommen haben, die nicht alle im Detail bekannt sind. Steckt die Switch im Dock, so laufen die Prozessorkerne mit einem Takt von 1.020 MHz.

    Der Speicher operiert mit 1.600 MHz und die Grafikeinheit mit 768 MHz. Insbesondere letzteres ist erwähnenswert, denn auf anderen Geräten mit dem gleichen Chip läuft die GPU mit 1.000 MHz. Nintendo dürfte hier den Takt wohl zur Vermeidung von Wärmeproblemen .zurückgefahren haben.

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    Grafikchip läuft mobil nur mit 40 Prozent

    Außerhalb des Docks bleibt der Takt der Rechenkerne konstant. Jener des Arbeitsspeichers sinkt jedoch auf 1.331 MHz, wobei Spieleentwickler auch ein Hochtakten auf die ursprünglichen 1.600 MHz erzwingen können. Das Grafikmodul reduziert seinen Rechenoutput allerdings auf 307,2 MHz, also auf 40 Prozent der Ausgangsleistung.

    Ein Entwickler erklärt, dass man praktisch zwei Versionen eines Spieles erstellen muss. Eine, die für die Maximalperformance optimiert ist und eine für den mobilen Modus. Vergleichen lässt sich das mit der Playstation 4, auch hier müssen Games für eine schwächere (PS4) und eine stärkere Plattform (PS4 Pro) "skaliert" werden.

    Etwas abgefedert wird der Leistungsunterschied durch die GPU-Drosselung entstehende Unterschied durch die Tatsache, dass der Bildschirm der Switch eine relativ niedrige Auflösung (1.280 x 720 Pixel) nutzt. Im Vergleich zu den allermeisten TV-Geräten müssen Prozessor und Grafikchip hier also deutlich weniger Pixel füllen.

    Nur wenige Cross-Plattform-Toptitel zu erwarten

    Freilich, bei Eurogamer ist man sich zwar sehr sicher, dass diese Angaben stimmen, eine Bestätigung Seitens Nintendo gibt es aber nicht. Dazu bleiben auch noch andere Fragen zur Hardware offen. Klar ist aber auch in der Gesamtaufstellung, dass die Switch keine direkte Konkurrenz für die PlayStation 4 oder Xbox One darstellt. Sie kann zwar ihren Vorgänger, die Wii U, leistungsmäßig klar ausstechen, wird sich aber mit den stationären Plattformen von Sony und Microsoft nicht messen können – diese sind allerdings dafür mobil nicht verwendbar und benötigen viel mehr Strom.

    In Konsequenz bedeutet das allerdings, dass man nicht mit vielen Switch-Umsetzungen aktueller, grafiklastiger Games rechnen sollte. Dass Spiele von anderen Plattformen für Nintendos neues Gerät umgesetzt werden, wurde zwar bereits mit der Demo von "Skyrim" bewiesen. Das drachenlastige Rollenspiel-Epos ist allerdings auch schon wieder fünf Jahre alt. (gpi, 22.12.2016)

    • Außerhalb des Docks reduziert die Switch den Takt des Grafikchips auf 40 Prozent.
      foto: nintendo

      Außerhalb des Docks reduziert die Switch den Takt des Grafikchips auf 40 Prozent.

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