Wie soll es mit den Grünen weitergehen?

Umfrage17. Jänner 2017, 07:00
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Wofür stehen die Grünen? Wie beurteilen Sie die Lage der Grünen in Österreichs Parteienlandschaft?

Inhaltlich ist es 2016 ruhig um die Grünen geworden. Die ganze Energie galt es in den Präsidentschaftswahlkampf zu stecken. Nur wenige Tage nach dem Sieg Alexander Van der Bellens entbrannte dann im Dezember erneut der Konflikt zwischen Peter Pilz und Parteichefin Eva Glawischnig darüber, in welche Richtung sich die Grünen entwickeln sollen. Pilz sei mit seinem Vorschlag, hinaus zu den Stammtischen zu gehen, "total retro", und "linken Populismus" wolle niemand, sagte Glawischnig.

Auch die neue Chefin der Jungen Grünen, Flora Petrik, hält nichts von Populismus, wie sie im STANDARD-Interview sagt. Sie sieht in der Auseinandersetzung einen Mangel an grüner Debattenkultur. Außerdem laufe die Partei Gefahr, abgehoben zu sein und ihre politische Linie zu verwässern, so Petrik. Nach der Meinung eines Users scheitern die Grünen gerade an dieser Gratwanderung:

Von der "Ökopartei" zur "Verbotspartei"

Was die Partei nach wie vor eint, ist das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit. Als 1986 die Grüne Alternative mit Klubchefin Freda Meissner-Blau mit 4,8 Prozent den Einzug ins Parlament schaffte, wurde die Partei in der Öffentlichkeit häufig als "Ökopartei" bezeichnet, da das Umweltthema in der grünen Politik ein wesentlicher Punkt und damit ein Alleinstellungsmerkmal war. Letzteres wohl nicht mehr in dem Ausmaß, da die anderen Parteien dessen Notwendigkeit auch für sich entdeckt haben. Immer häufiger werden die Grünen als "Verbotspartei" bezeichnet, da Vorschläge und Ideen der Partei zunehmend als Verbote aufgefasst werden.

Stadt-Land-Differenz

Auch wenn sich bei Nationalratswahlen nie mehr als 12,42 Prozent der Stimmen für die Grünen ausgingen und nie eine Regierungsbeteiligung im Bund zustande kam, sind sie in einigen Bundesländern erfolgreich. Hier regieren sie in fünf Koalitionen mit. Dafür könnte auch die Stadt-Land-Differenz ein Grund sein, wie ein User meint:

Als Oppositionspartei wollen die Grünen 2017 von der Regierung konkrete Arbeit fordern, zum Beispiel den von Kanzler Christian Kern angekündigten gesetzlichen Mindestlohn. Innerhalb der Partei wurden vergangene Woche Veränderungen vorgenommen. So baute die Grünen-Chefin den Parteivorstand um und holte Michel Reimon, Lara Köck und Maria Buchmayr in den Vorstand.

Was erwarten Sie von den Grünen?

Sind die Grundsätze der Grünen mit der gegenwärtigen Politik vereinbar? Warum gewinnen die Grünen auf Bundesebene kaum Stimmen dazu? Was braucht die Partei, um die Bevölkerung für sich zu gewinnen? Stimmen Sie ab, und posten Sie Ihre Vorschläge im Forum! (haju, 17.1.2017)

Wir widmen uns der Parteienlandschaft in Österreich und wollen von der Community wissen, wofür einzelne Parteien stehen, was gut und was schlecht läuft aus Sicht der Bevölkerung. Stimmen Sie ab und posten Sie Ihre Einschätzungen und Vorschläge im Forum!

  • Grünen-Chefin Eva Glawischnig
    foto: apa/herbert neubauer

    Grünen-Chefin Eva Glawischnig

  • Konflikte auszutragen ist in der Partei nichts Neues, wie sich Peter Pilz anlässlich des 30-jährigen Jubiläums vergangenen Herbst erinnerte: "Wir waren wild und streitsüchtig, in Konflikten haben wir uns gegenseitig mit unvorstellbarer Härte angegriffen."
    foto: apa/roland schlager

    Konflikte auszutragen ist in der Partei nichts Neues, wie sich Peter Pilz anlässlich des 30-jährigen Jubiläums vergangenen Herbst erinnerte: "Wir waren wild und streitsüchtig, in Konflikten haben wir uns gegenseitig mit unvorstellbarer Härte angegriffen."

  • Grüne Spitzenpolitiker 2011 im Parlament:
Vorne: Freda Meissner-Blau, Eva Glawischnig Mitte: Peter Pilz, Madeleine Petrovic, Johannes Voggenhuber Hinten: Andreas Wabl, Christoph Chorherr, Alexander Van der Bellen
    foto: apa/robert jaeger

    Grüne Spitzenpolitiker 2011 im Parlament:

    Vorne: Freda Meissner-Blau, Eva Glawischnig
    Mitte: Peter Pilz, Madeleine Petrovic, Johannes Voggenhuber
    Hinten: Andreas Wabl, Christoph Chorherr, Alexander Van der Bellen

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