Von Beyoncé bis Dior: Wer 2016 mit Mode Politik gemacht hat

29. Dezember 2016, 08:00
5 Postings

Beyoncé, Karl Lagerfeld, Melania Trump – das modische Auf- und Ab des Jahres 2016

Das Jahr ging gut los: Beyoncé nutzte im Februar ihren Auftritt bei der Super Bowl, sich als Kämpferin gegen Polizeigewalt und Rassismus zu inszenieren. Mehr als 110 Millionen Fernsehzuschauer erlebten eine Musikerin, die in Netzstrumpfhosen, Ledergeschirr von Designerin Zana Bayne und kurzer Lederjacke mit einem Heer an Tänzerinnen mit Baskenmützen nicht nur politisch Stellung bezog, sondern auch eine gigantische Werbeoffensive für ihre tags zuvor veröffentlichte Single "Formation" startete.

Bild nicht mehr verfügbar
Tanz gegen Rassismus und Polizeigewalt – Beyoncé macht Geld mit politischen Statements.

Karl Lagerfeld reist mit seinen Chanel Metiers-d'Art-Schauen regelmäßig um die Welt, im Mai musste es natürlich Havanna sein – die Rolling Stones waren schließlich auch schon da! Ein absurder Anblick: Man präsentierte auf der Promenade Paseo del Prado zwischen den teilweise schwer ramponierten Kolonialbauten in der Altstadt von Havanna einen Catwalk unter freiem Himmel, auf den Balkonen verfolgten Schaulustige das Chanel-Event.

foto: reuters/ alexandre meneghini
Karl Lagerfeld im Mai auf Kuba ...
foto: reuters/alexandre meneghini
... Model Gisèle Bündchen fand's zum Fächeln.

Der Politikerin Theresa May kann man einiges vorwerfen – modische Profillosigkeit wohl eher nicht. Die britische Premierministerin trat ihr Amt vor einem halben Jahr an, ihrem Schuhtick und den bunten Accessoires ist sie seither treu geblieben.

foto: apa/afp/ adrian dennis
Lippenstift und Perlenkette reichen nicht: Theresa May mag den farbigen Auftritt.

Das Modehaus Dior feierte im September eine Premiere: Maria Grazia Chiuri wurde als erste Frau an die Spitze des Modehauses Dior berufen. Die Modedesignerin nutzte die ungeteilte Aufmerksamkeit, die ihr während der Pariser Modewoche zuteil wurde. Sie druckte den Spruch "We Should All Be Feminists" auf ein T-Shirt. Dabei blieb es nicht: Chiuri setzt seither konsequent Frauen in Szene. In den sozialen Netzwerken feierte sie die "Frauenpower" hinter den Kulissen des Modehauses.

foto: apa/afp/francois guillot

Gerade erst ließ sie die Fotografin Brigitte Lacombe die beiden modelnden Zwillingsschwestern Ruth und May Bell fotografieren.

Auch Stella McCartney bekannte in diesem Jahr "Kein Pelz, kein Leder". Diese Statements (die man von ihr zugegebenermaßen schon kennt) druckte sie auf Oberteile ihrer Frühjahrskollektion. Die T-Shirts dürfen dann demnächst als Motto für 2017 herhalten.

foto: apa/afp/patrick kovarik
Der Brexit kann ihr nichts anhaben: Stella McCartney bleibt ihren politischen Leitprogramm auch im kommenden Jahr treu.

Ein heißer Herbst: Hillary Clinon wurde trotz kreativer Unterstützung wie durch diesen Flashmob in New York von den Wählern abgestraft. Sie trug im Wahlkampf bevorzugt Hosenanzüge – der Tanz im Hosenanzug ihrer Sympathisantinnen und Sympathisanten wurde immerhin schon fast 100.000-mal aufgerufen.

today world

Im November traten zwei Frauen modisch ins Licht der Öffentlichkeit, die weniger für Hosenanzüge als für Etuikleider und Barbie-Mähnen bekannt sind. Melania und Ivanka Trump werden in den kommenden Jahren das Weiße Haus auch modisch repräsentieren.

foto: apa/afp/jim watson
Betschwestern: Melania und Ivanka Trump.

Mit symbolträchtigen Auftritten, wie die Noch-First-Lady Michelle Obama sie in den vergangenen Jahren hinlegte, ist nicht zu rechnen. Zuletzt entbrannte unter den Designern eine Debatte, ob man die Trump-Frauen einkleiden solle oder nicht.

Einig wurde man sich nicht: Joseph Altuzarra bekannte, keine Menschen einkleiden zu wollen, deren Haltung er nicht vertrete. Tommy Hilfiger hat kein Problem damit, eine "so schöne Frau wie Melania Trump" einzukleiden. Unter diesen Vorzeichen steht für 2017 bereits fest: Langweilig wird es auch im kommenden Jahr nicht. (feld, 29.12.2016)

    Share if you care.