Bayern gegen Leipzig in allen Belangen überlegen

21. Dezember 2016, 22:16
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Münchner schlagen den Aufsteiger klar 3:0 und sind Wintermeister, Ancelotti macht mit überraschender Aufstellung alles richtig

München – Bayern München hat am Mittwoch die Machtfrage in der deutschen Bundesliga unzweideutig beantwortet. Der Titelverteidiger demontierte RB Leipzig im Spitzenspiel mit 3:0 (3:0) und sicherte sich drei Punkte vor Leipzig die Wintermeisterschaft.

Dritter ist Hertha BSC nach einem 2:0-Heimsieg gegen Darmstadt. Der Fünfte Hoffenheim musste sich aufgrund eines späten Gegentors von Serge Gnabry (87.) mit einem 1:1 gegen Werder Bremen begnügen, ist damit aber als einziges Ligateam weiterhin ungeschlagen. Beim 15. Bremen fehlte der verletzte Florian Grillitsch weiterhin, Zlatko Junuzovic spielte durch, Florian Kainz saß auf der Bank.

Ein 1:1 holte auch der 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen. Die Mannschaft von Peter Stöger, für die erneut Anthony Modeste traf, ist damit Siebenter, Leverkusen vier Punkte dahinter nur Neunter. Bei Leverkusen verteidigte Aleksandar Dragovic, Julian Baumgartlinger fehlte aufgrund eines Magen-Darm-Infekts.

Nur ein persönliches Erfolgserlebnis gab es für Markus Suttner. Bei der 1:2-Niederlage von Abstiegskandidat Ingolstadt gegen Freiburg erzielte der Ex-Austrianer aus einem Freistoß aus 17 Metern in der 53. Minute den Anschlusstreffer.

Leipzig nur kurz auf Augenhöhe

In München schossen der herausragende Thiago (17.), Xabi Alonso (25.) und Robert Lewandowski (45./Foulelfmeter) vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena die Tore, auf der Tribüne erlebte RB-Macher Dietrich Mateschitz erstmals eine Niederlage seiner Bullen live im Stadion.

Zwar gerieten die Bayern in der Anfangsphase beim Umschalten der Gäste ein ums andere Mal in Bedrängnis. Doch schon nach wenigen Minuten nahmen die Gastgeber das Heft in die Hand und wiesen den Gegner durch hohe Aggressivität und Zweikampfstärke in die Schranken. Dem Team von Carlo Ancelotti war anzusehen, dass sie den neuen Rivalen mit allen Mitteln in die Schranken weisen wollten.

So entwickelte sich ein umkämpftes, aber nicht unfaires Spiel. Rot gegen Leipzigs Emil Forsberg, der einen Konter unterband, war dennoch die korrekte Entscheidung: Der Schwede war Bayern-Kapitän Philipp Lahm von hinten auf die Achillessehne gestiegen (30.). Da führten die Münchner bereits 2:0, die Partie war so gut wie gelaufen. Leipzig wurde nur einmal gefährlich, Manuel Neuer war bei einem Orban-Kopfball auf dem Posten (29.).

Der FC Bayern war gleich mit dem ersten gut herausgespielten Angriff in Front gegangen. Lahm flankte von rechts, Lewandowski schoss den Ball an die Stange, wovon er Thiago vor die Füße fiel. Das war der Auftakt einer sehenswerten Bayern-Phase. Costa traf kurz Aluminium (18.), Alonso nach Zuspiel von Thiago von halbrechts zum 2:0. Ex-Salzburger Naby Keita hatte, stark unter Druck gesetzt im Mittelfeld den Ball verloren.

Dem Elfmeter ging ein Foul des zu spät herausgeeilten Peter Gulacsi an Costa voraus, Lewandowski verwandelte sicher. Mit seinem 133. Tor ist der Pole nun gemeinsam mit Giovane Elber der zweitbeste ausländische Torjäger in der Bundesliga-Geschichte hinter Claudio Pizarro (190). Auf der Leipziger Bank versank Trainer Ralph Hasenhüttl immer tiefer in seinem Sitz. Kein Wunder: 41 Prozent gewonnene Zweikämpfe in Hälfte eins bedeuteten Saisontiefstwert.

Ancelotti macht die Mitte zu

Der Triumph war auch einer für Ancelotti. Der Italiener verzichtete überraschend auf Franck Ribéry und Thomas Müller in der Startelf – und sein Plan ging voll auf: Mit Thiago vor den beiden Sechsern Arturo Vidal und Alonso unterband er das schnelle Leipzig-Spiel über Naby Keita durch die Mitte.

In der zweiten Halbzeit vergab der zu eigensinnige Lewandowski (52., 65.) im Alleingang einen noch deutlicheren Erfolg. Die Bayern verwalteten den Vorsprung, ohne an Dominanz einzubüßen. Der eingewechselte Ribery traf kurz vor Schluss noch die Latte (87.).

David Alaba spielte bis zur 67. Minute als linker Verteidiger, bei Leipzig war der als Innenverteidiger aufgebotene Stefan Ilsanker über die volle Distanz im Einsatz. Marcel Sabitzer wurde in der 82. Minute ausgetauscht. (sid, red, 21.12.2012)

Deutsche Bundesliga, 16. Runde, Mittwoch

Bayern – Leipzig 3:0 (3:0)
Allianz-Arena, 75.000 Zuschauer (ausverkauft)

München: Neuer – Lahm, Martinez, Hummels, Alaba (67. Bernat) – Alonso, Vidal (75. Kimmich) – Robben (46. Ribery), Thiago, Costa – Lewandowski. – Trainer: Ancelotti

Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Ilsanker, Orban, Halstenberg – Keita (46. Kaiser), Demme – Sabitzer (82. Burke), Forsberg – Timo Werner (59. Selke), Poulsen. – Trainer: Hasenhüttl

Torfolge:
1:0 Thiago (17.)
2:0 Alonso (25.)
3:0 Lewandowski (45. Foulelfmeter)

Rote Karte: Forsberg (30.)

Gelbe Karten: Vidal bzw. Sabitzer

Erweiterte Statistik (Quelle: deltatre):

Torschüsse: 23:5
Corner: 9:4
Ballbesitz: 71:29 %
Zweikämpfe: 103:70

Stimmen:

Carlo Ancelotti (Bayern-Trainer): "Ich bin sehr zufrieden. Wir waren sehr aggressiv und hatten schnell die Kontrolle. Es hat alles gestimmt – Tempo und Spielanlage. Das gibt uns Selbstvertrauen für die Zukunft. Wir mussten uns verbessern, und wir haben uns verbessert."

Ralph Hasenhüttl (Leipzig-Trainer): "Das war eine Lehrstunde, eine Topvorstellung der Bayern. Unser System funktioniert nur dann, wenn alle synchron agieren. Das war heute nicht der Fall. Über die rote Karte brauchen wir nicht reden, Emil (Forsberg) hat sich bei der Mannschaft entschuldigt."

  • Robert Lewandowski zerstreute mit seinem Elfmeter zum 3:0 noch vor der Pause letzte Zweifel am bayerischen Triumph.
    foto: apa/afp/schiffmann

    Robert Lewandowski zerstreute mit seinem Elfmeter zum 3:0 noch vor der Pause letzte Zweifel am bayerischen Triumph.

  • Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl gratuliert dem Kollegen Carlo Ancelotti.
    foto: reuters/rehle

    Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl gratuliert dem Kollegen Carlo Ancelotti.

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