Bank Austria: 1.000 Mitarbeiter sind schon weg

22. Dezember 2016, 08:00
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Job- und Mitarbeiterabbau gehen voran. Künftig gibt es Kopf- und Verbundfilialen

Wien – Der Umbau der Bank Austria (BA) ist auf Schiene. Der im Handshake-Programm fixierte Mitarbeiterabbau hat begonnen, neben vielen "Unkündbaren" sind Ende November 959 Personen gegangen, weitere rund tausend folgen bis Ende 2017. Die Tochter der angeschlagenen italienischen Unicredit hat einen Sozialplan beschlossen und für die Abfederung Rückstellungen von rund 450 Millionen Euro gebildet.

Im Rahmen dieses Jobabbauprogramms haben sich viel mehr Leute gemeldet als das Geldhaus auf Basis der Vorsorgen abfertigen könnte, aber auch viel mehr als es entbehren könnte. Vor allem in den Filialen müssen Mitarbeiter bleiben, die zum Gehen bereit gewesen wären, heißt es. Was über all dem steht: Die Bank muss ihre Kosten-Ertrag-Relation von 80 auf 60 Prozent senken.

Unicredit gibt den Takt vor

Die jüngsten Sparvorgaben vom neuen Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier werden die Mitarbeiterreduktion (aus jetziger Sicht) nicht mehr erhöhen. Gemäß Unicredit-Vorgaben müssen die Österreicher 19 Prozent ihrer Jobs streichen (2015 bis 2019). Bezogen auf die Basis von 6.700 Bank-Austria-Mitarbeitern (ohne Tochtergesellschaften) entspricht das den oben genannten und bereits beschlossenen rund 2.000 Abgängen.

Auch Filialen werden bereits zusammengelegt bzw. geschlossen. Das von Robert Zadrazil geleitete Institut will, wie berichtet, die Zahl seiner Geschäftsstellen von rund 200 auf circa 125 senken, nächstes Jahr soll dieses Ziel bereits erreicht sein.

Die Einheiten werden größer, künftig wird es sogenannte Kopffilialen geben, unter denen mehrere "Verbundfilialen" angesiedelt sind. Sie stehen unter gemeinsamer Leitung, die Führungsteams pendeln zwischen Kopf- und Verbundfilialen.

Nachzieher bei Einlagensicherung

Und: Vorigen Montag hat die Bank Austria einen weiteren formalen Schritt getan, mit dem sie sich von ihrer Vergangenheit verabschiedet. Sie ist von der Einlagensicherung der Sparkassen in jene der Banken gewechselt. Zwar ist die BA rechtlich gesehen eine Sparkasse; der Sektor ist aber von der Erste Group und ihren Verbundsparkassen dominiert, und die haften alle füreinander. Die BA passt, flapsig gesagt, längst nicht mehr dazu. Zudem ist die BA bereits 2004 in den Verband der Banken und Bankiers gewechselt – um vom teuren Sparkassen-Kollektivvertrag (KV) in den billigeren Banken-KV zu kommen. Der Wechsel der Einlagensicherung ist so gesehen ein Nachzieher.

Ab 2019 erübrigt sich die Unterscheidung sowieso. Ab da gibt es ein einheitliches Einlagensicherungssystem für alle. (Renate Graber, 22.12.2016)

  • Die Bank Austria befindet sich auf Schrumpfkur.
    foto: reuters/heinz-peter bader

    Die Bank Austria befindet sich auf Schrumpfkur.

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