"News" – Magazin-Schlachtschiff mit wechselvoller Geschichte

21. Dezember 2016, 14:55
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Einstiger Marktführer mit fetziger Ansage ließ zuletzt sanftere Töne erklingen – Flaggschiff einer einst umstrittenen Magazinfusion – Neue Chefredakteurin soll sich der "DNA" besinnen

Wien – "Jetzt kommt 'News'" – mit diesem Schlachtruf knallte das Magazin im Oktober 1992 in den Markt. Die zarten Töne waren seine Sache nicht – kein Wunder, standen doch die Brüder Wolfgang und Helmuth Fellner hinter dem Wochenmagazin. Das wurde schnell Marktführer, hat seitdem aber eine wechselvolle Geschichte hinter sich, mit häufig wechselnder Besetzung an der Spitze und in der Eigentümerschaft.

164 Seiten, ein Kaufpreis von 20 Schilling und rund 100.000 Exemplare: die Kennzahlen der Markteinführung von "News", die zugleich die Geburtsstunde des dazugehörigen Verlags markierte. Anfang der 90er hielt der deutsche Springer-Verlag 50 Prozent, in den folgenden Jahren kauften die Brüder Fellner die Anteile zurück. 1998 stieg die Bertelsmann-Tochter Gruner+Jahr ein. Im Jahr 2000 sorgte die Fusion von News-Gruppe und trend/profil-Verlag (aus dem Hause Kurier) für einen Knalleffekt. 2003 zog sich die Fellners aus dem operativen Geschäft zurück.

Gilt schon länger als restrukturierungsbedürftig

Heute verfügt die Familie Fellner noch über eine Finanzbeteiligung von 18,7 Prozent, allerdings ohne Mitspracherecht. Die "Kurier"-Mediengruppe hält noch heute 25,3 Prozent. Mehrheitseigentümer des Konzerns, der über die Jahre stetig um Titel ergänzt wurde und seit 2013 unter der Dachmarke VGN firmiert, ist seit heuer CEO Horst Pirker. Er übernahm im Frühsommer den 56-Prozent-Anteil von Gruner+Jahr.

Die Verlagsgruppe galt da schon länger als restrukturierungsbedürftig. Für das Flaggschiff "News" suchte Pirker nach seinem Antritt als Verlagschef im Jahr 2014 einen neuen Skipper – er fand die neue Chefredakteurin schließlich mit Eva Weissenberger, die dafür diese Position bei der "Kleinen Zeitung" in Klagenfurt verließ. Davor war die heute 44-Jährige für den ORF, "Kleine", "Falter" und "Presse" tätig gewesen. Sie holte etliche neue Mitarbeiter an Bord und verpasste "News" ein softeres Auftreten, das nur mehr wenig mit dem fetzigen Ansagen früherer Zeiten zu tun hatte.

Mitterstieler seit 2015 in der Redaktionsleitung

Wolfgang Ainetter, Peter Pelinka, Atha Athanasiadis und Josef Votzi waren in den vergangenen zehn Jahren Vorgänger Weissenbergers in der Chefredaktion. Nun folgt Ester Mitterstieler. Die frühere "WirtschaftsBlatt"-Chefredakteurin war ebenfalls Anfang 2015 zur Redaktionsleitung gestoßen. Die "Dolomiten", "Standard" und Tätigkeit für "profil" und "trend" waren Stationen ihrer Karriere.

"News" sollte sich im 25. Jahr seines Bestehens nach Ansicht des Verlagschefs nun wieder mehr auf sein Erbgut besinnen – Politik, Investigation, Chronik und Society nennt Pirker als vier wichtige Säulen, die der Kurs seit 2015 vielleicht zu sehr links liegen gelassen hatte. In der Media-Analyse 2015/2016 wurden für das Magazin 5,7 Prozent Reichweite oder 421.000 Leser ausgewiesen, die Verkaufsauflage lag laut ÖAK im 1. Halbjahr 2016 bei 114.554 Stück. (APA, 21.12.2016)

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